Kultur : Generation 14plus

Neukölln Unlimited

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Foto: Mike Wolff

„Der Gewinner ist: Maradona!“ Jubelschreie. Die Neuköllner Turnhalle, wo der 14-Jährige gerade eine Hip-HopNummer aufs Parkett gelegt hat, tobt. Und dann Schnitt: Ein Schild mit der Aufschrift „Ausländerbehörde“. Maradonas Geschwister Lial (19) und Hassan (18) laufen durch sterile Gänge und wollen nur eins: endlich das ständige Bleiberecht in Deutschland.

Die Regisseure Agostino Imondi und Dietmar Ratsch zeigen in ihrem Porträt der Familie Akkouch deren Spagat zwischen der Angst vor einer möglichen Abschiebung zurück in den Libanon und der Leidenschaft der drei Protagonisten, die für ihre Musik leben. Die Kamera begleitet die Jugendlichen in ihre Neuköllner Wohnung, zu Tanzbattles in ganz Deutschland und an unerfreuliche Orte wie die Ausländerbehörde.

Der Zuschauer fühlt sich den ganzen Film hindurch gepackt vom Schicksal der Akkouch-Familie, deren Geschichte durch Animationselemente und die passende Musik noch authentischer wirkt. Besonders gefallen hat mir, dass die Geschichte nicht von einem allwissenden Sprecher erzählt wird, sondern von den Jugendlichen selber. „Neukölln Unlimited“ ist eine wunderbare Dokumentation übers Erwachsenwerden, die ein wichtiges Thema anspricht: die Einwanderungspolitik Deutschlands. Wer darf eigentlich in Deutschland leben? Und wer nicht?

Heute 11 Uhr und 15.2., 14.30 Uhr (Babylon Mitte), 17. 2., 18.30 Uhr (Neues Off), 18. 2., 11.30 Uhr (Babylon Mitte)

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