Kultur : Große Übel, starke Medizin

FORUM Salomé Lamas’ „Terra de ninguém“.

von

Paulo de Figueiredo war portugiesischer Elitesoldat in den afrikanischen Kolonien unter Salazar, als CIA-Söldner in El Salvador und Auftragskiller für die von der spanischen Regierung unterstützte antibaskische Todesschwadron GAL. 15 Jahre saß er im Gefängnis, seiner Meinung nach zu Unrecht. Jetzt ist er alt und erzählt der jungen Filmemacherin Salomé Lamas aus seinem Leben. Nüchtern das Setting: Kamera, Lampen, ein Stuhl. Doch was Paulo analytisch klar und mit oft grimmigem Humor erzählt, hat es in sich. De Figueiredo sieht sich auf Seite der Guten, sein Leitspruch heißt „Gegen große Übel braucht es starke Medizin“.

Lamas teilt die Zeugenaussagen in nummerierte Aussageblöcke und montiert dazwischen eigene Überlegungen. „Terra de ninguém“ ist keine Geschichtsstunde, sondern eine Begegnung im Hier und Jetzt. Dabei kommt der Filmemacherin ihr Protagonist zunehmend abhanden. Und irgendwann geht es doch noch nach draußen ins Freie. Viele Preise hat dieser kluge und intensive Film schon gewonnen, er dürfte einer der stärksten des Forums sein. Silvia Hallensleben

9.2., 16 Uhr (Delphi), 10.2., 20 Uhr (Arsenal), 12.2., 11 Uhr, 15.2., 13.45 Uhr (Cinestar)

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