Kultur : Gute Geschäfte – und erste Preise

Optimistische Stimmung, zahlreiche Verkäufe und einen Zuwachs an Teilnehmern und Filmen – so die vorläufige Bilanz des European Film Market 2011. „Wir sind mit dem Ergebnis des Filmmarkts 2011 sehr zufrieden“, sagte Direktorin Beki Probst. „Das internationale Filmbusiness hat in Berlin einen erfolgreichen Auftakt erlebt. Die Talsohle scheint durchschritten, es geht bergauf.“ In den täglichen Branchenblättern von „Hollywood Reporter“, „Variety“ und „Screen International“ war weniger euphorisch von einem soliden Jahr die Rede.

Da auf dem Festival traditionell wenige Blockbuster laufen, konzentriert sich das Geschäft in Berlin auf ArthouseProduktionen. Vor allem bei dem iranischen Wettbewerbsbeitrag „Nader and Simin, A Separation“ von Asghar Farhadi gab es ein regelrechtes Wettbieten, der Bären-Favorit und Kritikerliebling ist bereits in zahlreiche Länder verkauft. In Deutschland erhielt der Verleih Alamode den Zuschlag. Auch Céline Sciammas französischer Panorama-Beitrag „Tomboy“ (der ebenso in der Reihe Generation lief) über ein Mädchen, das ein Junge sein möchte, konnte nach den Festivalvorführungen in zahlreiche Länder verkauft werden; über den deutschen Verleih wird noch verhandelt. Ein ähnlich reges Interesse gab es bei „Khodorkovsky“ von Cyril Tuschi aus der Reihe Panorama-Dokumente. In Deutschland wird „Khodorkovsky“ von Farbfilm herausgebracht; Starttermine stehen noch nicht fest.

Erste Preise sind auch schon vergeben: Mit der Verleihung der Auszeichnungen beim Score Competition ging am Donnerstag die neunte Ausgabe des Talent Campus im Hebbel am Ufer zu Ende. Die drei Finalisten hatten einen Filmausschnitt von Eva Pervolovicis „Little Red“ neu zu vertonen – der Film selbst war für den Berlin Today Award nominiert, der schon zu Beginn des Talent Campus verliehen wurde. Der Hauptpreis ging an Felix Rösch aus Deutschland. Dessen Vertonung lobten der Mentor des Filmmusik-Wettbewerbs, Michael Nyman, und die Jury (Klaus-Peter Beyer, Martin Steyer, Martin Todsharow und Angelina Maccarone) für seine „Originalität und den unkonventionellen Zugang zur Orchesterarbeit“. Der Preis: eine Einladung von Dolby in die Soundstudios nach Los Angeles. Tsp

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