Kultur : Handbuch literarischer Preise: Ran die Kohle - Leitfaden für Vermarktungsunerfahrene

Richard Tauerkorn

Wenn Robert Gernhardt in einem Gedicht das "Hässliche" als das "Verlässliche" preist, so fragt - verschüchtert halb und halb verschämt - der Liebhaber des Schönen, das stets schwindet und vergeht, ob für dessen Preisen denn niemand zuständig sei. "Doch, doch", entgegnet tröstend das Autorenduo Christina Böde und Ulrich Janetzki, "wir haben hier ein paar Adressen." Damit untertreiben die Autoren des Bandes "Preise und Stipendien. Handbuch für Autoren. Deutschland, Österreich, Schweiz" gelinde. 244 Seiten lang führen sie, kurz und gut kommentiert, Anschriften auf von Institutionen, Agenten, Regierungsstellen, Städten, erwähnen Preise, Stipendien und deren Vergabemodalitäten. Dort gibt es Geld, Raum, Reputation und alles soll helfen, Deutschlands Literatur zu unterstützen. Böde/Janetzki wollen zusammenführen, was zusammengehört: den Autor mit der Förderszene. So kennen die Villa Massimo zwar viele, aber wie man sich dort bewirbt und was dort winkt, erfährt man hier detailliert. Ob Essayist, Lyriker, Hörspielautor, Dramatiker oder Drehbuchschreiber, obschwul, jung oder Rauriser(in): Wer Nachhilfe in dem benötigt, was auch zum Handwerk gehört. findet ebenso Ansprechpartner, wie der Vermarktungsunerfahrene. Ein lohnendes, ein verlässliches Nachschlagewerk.

0 Kommentare

Neuester Kommentar