Kultur : Handke beschimpft den Boykott der EU

Anläßlich des kulturellen Widerstands gegen Haider hat sich der österreichische Autor Peter Handke mit dem ihm üblichen Sarkasmus in der italienischen Tageszeitung "Il Corriere della Sera" geäußert. Dabei verglich er die europäischen Reaktionen auf Österreich und den Boykott der EU mit dem Eingreifen im Kosovo-Konflikt: "Die Lösung lautet wahrscheinlich, dass die NATO Wien bombardiert, so, wie sie das mit Belgrad gemacht hat. Und danach, sofern das nötig ist, auch Djakarta und Moskau". Erst dann sei die Welt nach europäischer Sicht wohl wieder in Ordnung. Haider, so Peter Handke mit Verweis auf Lionel Jospin, Jacques Chirac und Tony Blair, sei nicht gefährlicher als andere europäische Politiker. Auch wenn jenen keine faschistischen Äußerungen nachzuweisen seien, habe Europa "nach seinem faschistischen Gewaltakt gegen Jugoslawien keinerlei Recht, Österreich moralisch zu beurteilen". In diesem Sinne schließt sich Handke der Ansicht Jörg Haiders an, die Europäer sollten sich um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern. Dennoch beruhe Haiders Haltung auf falschen Argumenten, betonte Handke gegenüber dem "Corriere della Sera". und bezeichnete den Kärntner Landeshauptmann als "ungeschicktes Großmaul ohne Substanz".

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