Kultur : Hauptstadtkultur: Theater der Freiheit

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Die Berliner Kulturszene kennt ihn seit Jahren. Und doch: In seiner neuen Funktion als Chef der Senatskanzlei trat André Schmitz am Mittwoch erstmals öffentlich auf und äußerte sich im Palais am Festungsgraben zu aktuellen Kulturfragen. Der ehemalige Direktor der Deutschen Oper bezweifelt, dass der Senat von seiner Entscheidung für das umstrittene Parkhaus unter dem Mahnmal am Bebelplatz abrücke. Sollte das Parkhaus nicht gebaut werden, käme eine Schadenersatzklage in zweistelliger Millionenhöhe auf das Land Berlin zu. "Außerdem hat der Künstler Micha Ullmann sein Modell in den Parkhausentwurf hineingezeichnet. Er wusste also, worauf er sich einließ", so Schmitz.

Die Zukunft des von Insolvenz bedrohten Theaters des Westens bezeichnet Schmitz als erstes schweres Problem des neuen Senats. Persönlich könne er sich eine Nutzung als Musicaltheater gut vorstellen: "Ein Musicaltheater muss nicht von öffentlicher Hand finanziert werden, und die so erreichten Einsparungen könnten anderen unterfinanzierten Kulturprojekten zugute kommen".

Schmitz befürwortet mehr Eigenständigkeit der Kultureinrichtungen. "In Hamburg sind beispielsweise die Theater in einer GmbH zusammengeschlossen. So etwas wäre doch für die Berliner Opern auch vorstellbar." Dies bedeute mehr finanzielle Selbstständigkeit, wie es bereits bei den Universitäten der Fall sei, wenn auch um den Preis von Etatkürzungen. Schließlich wiederholt auch Schmitz das Ritual jeder Hauptstadtkultur-Debatte - die Aufforderung zu mehr Engagement von Bund und Ländern: "Das Erbe Preußens zu erhalten, ist auch eine nationale Verpflichtung."

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