Kultur : Hier fliegt die Kuh

FRANK NOACK

Eigentlich müßten uns die Filme von Jim Abrahams langsam zum Halse heraushängen.Immer nur moderne Kinoklassiker durch den Kakao ziehen, das ist ein- bis zweimal ganz lustig, doch auf die Dauer eintönig.Was in letzter Zeit an Genreparodien ins Kino gekommen ist, war dementsprechend fade.Doch "Mafia!" ist ein unerwarteter Volltreffer.Abrahams zielt nicht nur auf die Lachmuskeln, sondern auch auf die Sinne, so daß für den Fall, daß ein Gag nicht zündet, atemberaubende Bilder das Interesse wachhalten."Mafia!" ist eine Parodie auf den "Paten" und zugleich eine Hommage.Wie Francis Ford Coppola erzählt Abrahams die Geschichte einer italienischen Einwandererfamilie, indem er zwischen verschiedenen Epochen hin- und herspringt.Detailversessen wird das New York der Jahrhundertwende rekonstruiert, und da die Handlung irgendwann nach Las Vegas führt, gibt es auch Anspielungen auf "Showgirls" und "Casino".Im Fall von "Casino" ist die Parodie vernichtend.Über die berühmte Anfangssequenz, bei der Robert de Niros Auto explodiert und er auf einer Feuerwolke durchs Bild schwebt, wird man in Zukunft nur noch lachen können, zumal Abrahams in seiner technisch vollendeten Parodie auch die Kuh aus "Twister" mitfliegen läßt.

Astra, Colosseum, Potsdamer Platz, Hellersdorf, City Wedding, Filmbühne Wien, Kosmos, Kubel (OmU), Marmorhaus, Rio, Sojus, Thalia, Zoo Palast

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