Kultur : Hörtest: Jazz

KM

Er ist ein großartiger Trompeter. Der kühlen Transparenz von Miles Davis ebenso verpflichtet wie der lyrischen Warmherzigkeit Chet Bakers. Auch wenn er Jazz gar nicht mehr spielen will. Auf "Blue Eyed Soul" (Verve) hält er sich nur 30 Sekunden bei einer traditionellen Hard-Bop-Phrase auf, bevor das Album in Lounge- und Easy Listening-Gefilde abkippt. Die meisten Songs wirken zu gefällig und uninspiriert, um Brönners musikalische Tiefstapelei nachvollziehen zu können. Trotzdem: Unaufdringlichkeit kann auch sophisticated klingen; über das Stadium, unbedingt Virtuosität demonstrieren zu wollen, ist Brönner hinaus.

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