Kultur : Inselreif

Aedes zeigt Bauten von Fernando Menis

Jürgen Tietz

Architektur kann spektakulär sein – ganz ohne Spektakel. Den Beweis dafür tritt der Spanier Fernando Menis mit dem neuen Kongresszentrum auf Teneriffa an, das sich aus der Flut der Architekturikonen heraushebt, die sonst von den Stars der Baukunst weltweit verstreut werden. Ein Unbekannter ist auch Menis nicht mehr, dem sich die Ausstellung „Topography and Materiality“ bei Aedes East widmet (Hackesche Höfe, bis 19. März). Mit seinen ehemaligen Partnern aus dem Architekturbüro AMP feierte er auf den Kanarischen Inseln bereits zahlreiche Erfolge. In Berlin haben sie das kultige Schwimmbecken auf die Spree gesetzt. Das neue Kongresszentrum spielt allerdings in einer anderen Liga: Plastisch durchgebildet schmiegt es sich in die terrassierte Landschaft der Insel. Dreizehn mächtige Betonelemente mit rauer Oberflächenstruktur bilden das Rückgrat des Bauwerks; darüber legt sich eine sanft gewölbte Dachlandschaft aus Faserzementplatten. Statt verdrehtem Frank O. Gehry oder monumentalisierter Zaha Hadid hat Menis ein organisches Bauwerk von archaischer Schönheit geschaffen. Es fügt sich der Inseltopographie und schafft zugleich gestalteten Raum.

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