Kultur : IWH-Sonderheft: Geringe Effizienz der ABM

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Zehn Jahre deutsche Einheit - das bedeutet auch zehn Jahre Transformation von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft und zehn Jahre Kampf gegen die Massenarbeitslosigkeit, besonders in den neuen Bundesländern. Fast 150 Milliarden Mark hat die Bundesanstalt für Arbeit (BA) seit der Wende für aktive Arbeitsmarktpolitik ausgegeben, also für Umschulung, Weiterbildung, Qualifizierung und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM). Doch ob die Milliarden und die Mittel effektiv waren, ob sie tatsächlich zu weniger Arbeitslosigkeit geführt haben - das wusste bislang niemand so genau, nicht einmal die BA. Das Institut für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) hat diese Lücke nun geschlossen und erstmals wissenschaftlich überprüft, wie erfolgreich die Arbeitsmarktpolitik war. Das Ergebnis ist ernüchternd: Einzelmaßnahmen sind durchaus sinnvoll. Als Instrument im Kampf gegen die Massenarbeitslosigkeit indes taugen die Maßnahmen kaum. Denn zum einen ist für einen flächendeckenden Einsatz schlicht nicht genügend Geld vorhanden. Und zum anderen leidet der so genannte erste, reguläre Arbeitsmarkt. Mit anderen Worten: Öffentlich subventionierte Jobs verdrängen Stellen, die von der Privatwirtschaft getragen sind.

Als Ausweg nennt das IWH stärkere Anreize für Arbeitslose, eine Stelle anzunehmen. Denn bislang existiere kein echter Niedriglohnsektor, und die Sozialtransfers seien oft höher als ein mögliches Arbeitseinkommen. Mehr Eigenverantwortung für den Arbeitsuchenden könnten daher wirkungsvoll sein, schlagen die Ökonomen vor. Kombilohnmodelle oder eine niedrigere Arbeitslosenunterstützung, so das IWH, könnten ebenfalls erfolgreich sein.

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