Jüdisches Museum Berlin : Die zehnmillionste Besucherin

Am Donnerstag begrüßten Monika Grütters und Museumsdirektor Schäfer die zehnmillionste Besucherin, eine Berliner Architektin.Der Libeskind-Bau, so die Kulturstaatsministerin, habe eine "einzigartige Erfolgsgeschichte".

Die Berlinerin Paula Konga (2.v.r.), zehnmillionste Besucherin des Jüdischen Museums, mit Kulturstaatsministerin Monika Grütters, dem Gründungsdirektor W. Michael Blumenthal und seinem Nachfolger Peter Schäfer (r.).
Die Berlinerin Paula Konga (2.v.r.), zehnmillionste Besucherin des Jüdischen Museums, mit Kulturstaatsministerin Monika Grütters,...Foto: dpa

Eröffnet wurde es am 13. September 2001, zwei Tage nach 9/11. Seitdem zählt das Jüdische Museum Berlin jährlich rund 700.000 Besucher; am gestrigen Donnerstag wurde in dem Libeskindbau in der Kreuzberger Lindenstraße nun die zehnmillionste Besucherin begrüßt. Die 33-jährige Berliner Architektin Paula Konga nahm von Kulturstaatsministerin Monika Grütters, Museumsdirektor Peter Schäfer und W. Michael Blumenthal, dem Gründungsdirektor und langjährigen Leiter des Hauses Blumen entgegen, auch erhielt sie eine einjährige Mitgliedschaft im Freundeskreis des Museums.

„Eine einzigartige Erfolgsgeschichte“ nennt Grütters die Historie des Hauses, das sich mit Ausstellungen, Bildungsangeboten und Veranstaltungen zu 2000 Jahren deutsch-jüdischer Geschichte zum Publikumsmagneten entwickelt habe. Vor allem der internationale Zuspruch und das Interesse der Jugend sind groß: Zweidrittel der Besucher kommen aus dem Ausland; die 20- bis 29-Jährigen machen mit 24 Prozent die stärkste Besuchergruppe aus. Jeder fünfte Besucher ist unter 20 Jahre alt, auch wegen der zahlreichen Schulklassen, die sich die Dauerausstellung in 14 Epochenbildern auf 3000 Quadratmetern Fläche anschauen.

Eine Attraktion ist auch die spektakuläre Architektur von Daniel Libeskind

Zudem fährt seit 2007 ein mobiles Museum bundesweit Schulen an, Blumenthals Motto beherzigend, dass jeder Schüler in Deutschland mindestens einmal das Jüdische Museum Berlin besucht haben sollte. Sie verpassen allerdings die spektakuläre Zickzack-Architektur von Daniel Libeskind, die schon vor der Eröffnung 2001 zur Attraktion geworden war. Oder spektakuläre Wechselausstellungen wie die gerade zu Ende gegangene begehbare Installation von Peter Greenaway und Saskia Boddeke zum Thema "Gehorsam".
Das Museum, laut Grütters ein Haus „der Kunst, der Wissenschaft und des gesellschaftlichen Dialogs“ – etwa in der 2012 eröffneten Akademie vis-a-vis im ehemaligen Blumengroßmarkt – stehe für das lebendige Miteinander von Juden und Nicht-Juden in Deutschland, setze sich aber auch mit Verfolgung, Ausgrenzung und dem Zivilisationsbruch der Shoah auseinander. Der Spiritus Rector des Hauses, W. Michael Blumenthal, hatte den Direktorenposten im letzten Jahr an den Judaisten Peter Schäfer abgegeben. Der sagte am Donnerstag, man arbeite derzeit an der Konzeption einer neuen Dauerausstellung und eines Kindermuseums – „mit Hochdruck". Tsp

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