Kirchner-Versteigerung II : FDP will Rückgaberegeln ändern

FDP-Kulturpolitiker Hans-Joachim Otto hat sich für eine Diskussion der Restitutionsregeln von so genannter NS-Raubkunst im Bundestag ausgesprochen. Gespräche dürften nicht nur hinter verschlossenen Türen im Kanzleramt stattfinden.

Berlin - Angesichts der Debatte um die Versteigerung des Ernst-Ludwig-Kirchner-Bildes "Berliner Straßenszene" fordert der FDP-Kulturexperte Hans-Joachim Otto eine Änderung der Rückgaberegelungen für Kunstwerke aus öffentlichen Sammlungen. Die bisherigen Regeln seien "in manchem Detail zu starr", betonte Otto. Zugleich begrüßte er das für 20. November zu dem Thema geplante Treffen von Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) mit Vertretern von Museen und Kulturinstitutionen.

Die Diskussion über die Auffindung und Restitution von NS-Raubkunst dürfe jedoch nicht allein hinter verschlossenen Türen im Kanzleramt stattfinden, sondern gehöre ins Parlament, betonte er. Die FDP-Bundestagsfraktion habe bereits einen Antrag eingebracht, in dem die Bundesregierung aufgefordert werde, gemeinsam mit Ländern und Kommunen die Handreichung, auf deren Grundlage Restitutionen erfolgen, zu überarbeiten. Zudem müssten die Anstrengungen zur Auffindung und Dokumentation von NS-Raubkunst verstärkt werden.

Die "Berliner Straßenszene" kommt am Mittwoch im New Yorker Auktionshaus Christie's unter den Hammer. Das Bild war erst jüngst der Erbin der früheren jüdischen Besitzer zurückgegeben worden. Die Rückgabe und der Verkauf sind umstritten. (tso/ddp)

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