Kunst : Die Kulturstadt Berlin von A-Z

Unser ABC-Leitsystem durch die Kunststadt Berlin

A  wie ABC



Die Kunstshow „abc“ Art Berlin Contemporary, die diesen September zum ersten Mal stattfand und dem Art Forum Konkurrenz macht.


B  wie Berggruen

Heinz Berggruen, der große Sammler, der seine Kollektion von Picasso und Klee nach Berlin gab. Seine Söhne setzen sein Werk mit der Erweiterung des Museums fort. Nicolas Berggruen will darüber hinaus seine eigene Sammlung von Gegenwartskunst in einem Privatmuseum präsentieren, möglicherweise in einem Neubau am Humboldthafen.


C  wie Chipperfield

Britischer Architekt, der das Neue Museum auf der Museumsinsel umbaut. 2009 soll Eröffnung sein. Die minimalistische Rekonstruktion von Chipperfield provoziert Traditionalisten. Auch sein Entwurf des Eingangsgebäudes neben dem Neuen Museum direkt am Kupfergraben, das den Titel James-Simon-Galerie tragen und bis 2013 fertig sein soll, sorgt für Diskussionen.


D  wie Depot

Wichtigste Fundgrube für Galerien und Museen, immer für Entdeckungen gut. Die Depots aller Staatlichen Museen sollen in Berlin-Friedrichshagen zusammengefasst werden, eine komplette Depotstadt wird hier entstehen (Schuster).


E  wie Ess-Kultur

Catering-Agentur von Birgitt Claus, die unter anderem die Cafeteria in den Dahlemer Museen mit zu den Ausstellungen passenden Programmen bestückt. Allgemein: ein Riesenthema. Künstler von Daniel Spoerri bis Dieter Roth haben sich mit Esskultur, mit der Ästhetik von Speisen befasst.


F  wie Flick

Schon länger kein Thema mehr, erst recht nicht, seit Friedrich-Christian Flick den Staatlichen Museen 166 Werke aus seiner Sammlung geschenkt hat. Und doch war die Diskussion um den Umgang mit dem Sammler wegen der NS-Verstrickung seines Großvaters eine der politisch brisantesten Phasen der jüngeren Berliner Museumsgeschichte.


G  wie General

Spitzname für Peter-Klaus Schuster, dessen langer Titel Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin so manche Zeitungszeile sprengt. Tritt am 31. Oktober ab. Wie sein Nachfolger Michael Eissenhauer künftig die Truppen führt, wird man sehen.


H  wie Humboldt

Kaum eine andere Künstlerszene ist so international wie die Berlins. Ein wichtiger Grund sind die vergleichsweise niedrigen Lebenshaltungskosten. Für die Miete eines geräumigen Ateliers bekäme ein Künstler in London nur eine Besenkammer. Und Ausstellungsmöglichkeiten gibt’s auch: etwa für die Südafrikanerin Candice Breitz, die die Temporären Kunsthalle eröffnet. Großes Zukunftsprojekt der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Das Humboldt-Forum auf dem Schloßplatz soll so etwas wie das Centre Pompidou des 21. Jahrhunderts werden – mit der alten Schlossfassade. Wenn den Architekten dazu etwas einfällt.


I  wie international

Kaum eine andere Künstlerszene ist so international wie die Berlins. Ein wichtiger Grund sind die vergleichsweise niedrigen Lebenshaltungskosten. Für die Miete eines geräumigen Ateliers bekäme ein Künstler in London nur eine Besenkammer. Und Ausstellungsmöglichkeiten gibt’s auch: etwa für die Südafrikanerin Candice Breitz, die die Temporären Kunsthalle eröffnet. Großes Zukunftsprojekt der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Das Humboldt-Forum auf dem Schloßplatz soll so etwas wie das Centre Pompidou des 21. Jahrhunderts werden – mit der alten Schlossfassade. Wenn den Architekten dazu etwas einfällt.


J  wie James Simon

Er steht stellvertretend für viele jüdische Sammler, denen die Staatlichen Museen so viel verdanken. Lange Zeit war Simon nahezu vergessen. Doch nun wird das neue Eingangsgebäude der Museumsinsel nach James Simon (1851–1932), dem Stifter der weltberühmten Nofretete-Büste, benannt.


K  wie Kirchner

Ein ganz heißes Thema, seitdem das Land Berlin Ernst Ludwig Kirchners „Straßenszene“ von 1913 an die Erben restituiert hat, die es sofort versteigern ließen. Entscheidender Anstoß für eine neue Raubkunst-Debatte. Übrigens feiert das Brücke-Museum im Dezember Kirchners 100. Geburtstag – ohne die „Straßenszene“, die der neue BesitzerRonald S. Lauder (New York) nicht ausleihen will.


L  wie Liebermann

Einer von Berlins Lieblingsmalern. Seine Villa am Wannsee gehört zu den schönsten Ausflugsorten. Berühmt war Max Liebermann auch für seine Berliner Schnauze: „Ick kann ja nich so ville fressen, wie ick kotzen möchte“ war sein Kommentar zum Fackelzug der Nazis durchs Brandenburger Tor am 30. Januar 1933.


M  wie Marinehaus

Aufbruchssignal für die Stiftung Stadtmuseum, die seit langem vor sich hindümpelt. Neben dem Märkischen Museum soll das historische Marinehaus am Köllnischen Park das Stadtmuseum zukunftsfähig machen.


N  wie national

Schon seit über hundert Jahren zeigt die Nationalgalerie nicht mehr ausschließlich nationale Kunst. Der Letzte, der das forderte,war Kaiser Wilhelm II. Heutzutage ist die Nationalgalerie so international wie jedes andere große Museum der Welt.


O  wie Olafur

Olafur Eliasson ist der internationale Vorzeigekünstler Berlins. Er hatte hier immer noch keine Ausstellung, bekommt aber von der Universität der Künste in seinem eigenen Studio eine Lehranstalt finanziert. Ansonsten lässt er in New York Wasserfälle plätschern. Im Übrigen ist Eliassons Atelier ein mittelständischer Betrieb mit mehr als drei Dutzend Angestellten.


P  wie Pergamon

Das Museum mit der höchsten Besucherzahl – und der geringsten Anzahl an Garderoben, Toiletten und englischsprachigem Personal. Das Pergamonmuseum mit seinen herrlichen antiken Toren und Tempeln ist der Dinosaurier unter den Berliner Museen.


Q  wie Quote

Neuralgisches Thema bei scheidenden und kommenden Museumsdirektoren. Was im Fernsehen längst der wichtigste Gradmesser ist, wird in den Museen auch immer wichtiger – wie man bei der stark vermarkteten „Babylon“-Schau sehen konnte. Da stimmte die Besucher-Quote mit einer halben Million Menschen.

R  wie Richtfest

Wo werden wir wohl das nächste Richtfest feiern? Nach Schusters Weggang dürften die großen Partys mit Kranz und Kelle seltener werden. Dafür stehen noch einige Eröffnungen aus: etwa die des Neuen Museums im Herbst 2009. Da werden sich alte und neue Museums-„Generäle“ wiedersehen.


S  wie sexy

„Arm, aber sexy“, so hat Berlins Regierender unsere Stadt bezeichnet. Um deren Sex-Appeal zu steigern, versucht Klaus Wowereit potente Sammler anzulocken, wie Nicolas Berggruen, der die Filetgrundstücke am Humboldt-Hafen bespielen soll – mit einer Kunsthalle als Sahnehäubchen.


T  wie Tabu

Die Berliner Kunstszene ist so angepasst oder auch freizügig wie die in London, New York oder Paris. Manch einer ist auf der Suche nach dem letzten Tabu. Aber seit Multitalente wie Christoph Schlingensief oder Jonathan Meese in die vornehmsten Häuser Deutschlands eingeladen werden – Ersterer sogar ins Bayreuther Walhall –, sind Tabus nur noch schwer auszumachen.


U  wie Underground

Früher war die (Kunst-)Welt in oben und unten geteilt. Unten war der Underground. Da gab es beispielsweise das „Underground-Kino“, Andy Warhol war einer der Protagonisten. Der Berliner Underground war eher partymäßig unterwegs. Doch die Clubs der Nachwendezeit sind verschwunden – oder oben angelangt und zahlen brav ihre Steuern.


V  wie Vernissage

Die Hauptbeschäftigung der nächsten Tage: von einer Ausstellungseröffnung zur nächsten Vernissage. So viel Sekt und Prosecco kann kein Mensch trinken. Man trifft sich im Unendlichen. Immerhin gibt es gelegentlich auch Mineralwasser. Auf Nachfrage.


W wie Weltmarkt

Der Weltmarkt des Kunsthandels hat seinen Sitz nicht in Berlin, sondern in London und New York. Aber das kann sich ändern. Ist schon die Galeriendichte in Berlin höher als irgendwo sonst auf der Welt, werden auch Sammler, Käufer und Händler nicht ewig auf sich warten lassen. Anlagen in Euro sind ja auch stabiler als in Dollar.


X  wie Xian

Der chinesische Künstler Ah Xian, der heute in Sydney lebt, steht für Crossover zwischen asiatischer und westlicher Kunst, das kommt gut an. Das Kolbe-Museum zeigt gerade seine erste deutsche Retrospektive. In Berlin gibt es eine ganze Reihe Galerien mit deutsch-chinesischer Kunst. Und sogar einen Direktflug nach Peking.

Y  wie Yva

Berliner Fotografin der zwanziger Jahre, Lehrerin von Helmut Newton, hatte ihr Atelier im heutigen Hotel Bogota in der Charlottenburger Fasanenstraße. Die große Yva-Retrospektive steht noch aus – eine Aufgabe für die Helmut-Newton-Stiftung.


Z wie Zille

Populäre Berliner Künstlerfigur, von der die Kollegen heute nichts mehr wissen wollen. Dabei hat Zille den Mythos Berlins begründet. Aber davon will auch keiner mehr was wissen.

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