Kultur : Kunst im Pack

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Christina Tilmann über Privatsammlungen und ihren Ankauf

Zuerst kam die Sammlung Berggruen, im Dezember 2000 für die Staatlichen Museen zu Berlin angekauft: 70 Werke von Picasso, ihr Preis rund 125 Millionen Euro. Dann die Sammlung Marzona, ebenfalls für die Staatlichen Museen: 1000 Werke der Konzept-Art, Minimal-Art, arte povera, geschätzter Wert: 18 Millionen Euro. Schließlich die Sammlung Flick: 2500 Werke moderner Kunst, geschätzter Wert: einige hundert Millionen Euro. Zürich zögerte, Berlin verhandelt, auch New York ist interessiert.

Mindestens ebenso lang ist die Liste der Sammlungen, die Berlin gern erworben hätte: Die Fotosammlung von F. C. Gundlach, die dieser nun in das neu gegründete Fotocentrum in den Hamburger Deichtorhallen geben wird. Die Sammlung Helmut Newtons, von diesem einst dem geplanten Zentrum für Fotografie versprochen und mit dessen Absage ebenfalls für Berlin verloren. Die Sammlung mittelalterlicher Schnitzkunst des Justizrats Gerhard Bollert, über die die Staatlichen Museen noch verhandeln.

Nun freut sich das New Yorker Whitney Museum über seine jüngste Schenkung: 86 Werke amerikanischer Nachkriegskunst, Wert: 200 Millionen Dollar. So feiert man den Aufstieg in die erste Liga der Museen.

Es gab allerdings Zeiten, da stellten Museen ihre Sammlungen selbst zusammen und gewannen so ihr Profil. Nun, da die Ankaufsetats der Häuser gen Null geschrumpft sind, greift man auf Privatsammlungen zurück und kauft oder leiht im Paket, was einzeln kaum mehr zu finanzieren wäre. Nur die Masse macht noch Klasse.

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