Kunst : Liebermann-Villa wieder eröffnet

Die einstige Sommervilla des Malers Max Liebermann am Berliner Wannsee ist als kleines Kunstmuseum eröffnet worden. Über 70 Jahre nach Liebermanns Tod ist sein Refugium erstmals vollständig zu besichtigen.

Berlin - Nach der rund drei Millionen Euro teuren Sanierung des Gebäudes können die Besucher nun auch rund 40 Originale des Künstlers (1847-1935) sehen, wie die Max-Liebermann-Gesellschaft mitteilte. Außerdem informiert eine Ausstellung über das Leben und Wirken des Berliner Malers. Max Liebermann liebte sein Sommerhaus als Alterssitz und malte hier mehr als 200 Ölbilder und Pastelle.

Zu verdanken ist die Rettung und Öffnung des Hauses der Max-Liebermann-Gesellschaft, die seit Mitte der 90er Jahre um die Villa gerungen hat. Rund 960 Mitglieder gehören der Gesellschaft heute an, die Sanierung stemmte sie aus Stiftungs- und Spendenmitteln. So liebevoll war Berlin mit dem Haus nicht immer umgegangen. Nach dem Krieg zog zuerst ein Krankenhaus ein, das Liebermanns Atelier zum OP-Saal umbaute. Danach war es jahrelang an einen Tauchsportverein verpachtet.

Jetzt ist auch Liebermanns Atelier im Obergeschoss wieder zu besichtigen. An den Wänden hängen seine Ölbilder und Pastelle, Leihgaben aus der Alten Nationalgalerie, aus der Hamburger Kunsthalle oder auch aus Privatsammlungen. Auf Liebermanns Wannsee-Terrasse können Besucher künftig auch bei einer Tasse Kaffee entspannen.

Max Liebermann wurde in Berlin als Sohn eines jüdischen Textilfabrikanten geboren. Bereits mit seinem Erstling, den Gänserupferinnen, sorgte er 1872 für Aufsehen. 1874 ging Liebermann nach Paris und Barbizon, in den 1880er Jahren kehrte er nach Berlin zurück. Dort heiratete er Martha Marckwald und wurde langsam zu einem der wichtigsten Maler der neuen realistischen Bewegung. (tso/dpa)

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