Kunstfreiheit : Südafrikas Präsident klagt gegen Gemälde

25.05.2012 00:00 Uhr
Das Kreuz mit der Kunst. Ein Protestler übermalt Jacob Zumas bestes Stück. Foto: REUTERS
Das Kreuz mit der Kunst. Ein Protestler übermalt Jacob Zumas bestes Stück. - Foto: REUTERS

Ein Gemälde zeigt den südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma mit heraushängendem Geschlechtsteil. Nun will er das Kunstwerk aus der Öffentlichkeit verbannen lassen.

In Johannesburg hat am Donnerstag ein Gerichtsverfahren begonnen, das Südafrika seit Wochen beschäftigt: Präsident Jacob Zuma und seine Partei ANC wollen ein Kunstwerk aus der Öffentlichkeit verbannen lassen. Das Bild zeigt das Staatsoberhaupt mit offener Hose und freigelegten Genitalien. Die Richter müssen darüber urteilen, wie weit Kunst- und Meinungsfreiheit in Südafrika gehen darf. Das Acrylbild des Künstlers Brett Murray trägt den Titel „The Spear“ (Der Speer). Vor dem Gerichtsgebäude versammelten sich hunderte Anhänger Zumas. Sie trugen Plakate, auf denen stand: „Gegen den Missbrauch der Kunstfreiheit“. Der Streit wird durch den Umstand verschärft, dass der aus Kapstadt stammende Künstler weiß ist, während Zuma schwarz ist.

Auch 20 Jahre nach dem Ende der Apartheid schwelen in Südafrika Rassenkonflikte. Zuma beklagte, dass sein Recht auf Würde und Privatsphäre verletzt worden sei.

Die Gegner des Präsidenten kritisieren hingegen, dass zu viel Zeit und Geld auf das Verfahren verschwendet werde, statt die Probleme des Landes anzugehen. Vor wenigen Tagen hatten zwei Anhänger Zumas die Goodman Gallery gestürmt, in der das Werk ausgestellt war. Sie beschmierten das Bild mit Farbe und verdeckten das Gesicht und die Genitalien Zumas. Gegen die beiden Täter wurde ein Verfahren wegen mutwilliger Zerstörung von Eigentum eröffnet. Die Goodman Gallery hatte sich zuvor geweigert, die Bilder des oftmals satirischen Künstlers Murray abzuhängen. dpa/Tsp

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Unser/e Leser/in blinder meint zum Artikel: Besuch im Reichstag bleibt umständlich:
Da von den aktuell 620 Abgeordneten bei den Sitzungen sowieso nur 20% anwesend sind, bleiben fast fünfhundert Sitze unbelegt. Hier könnte man doch die wartenden Besucher nach der obligatorischen Einlasskontrolle "zwischenparken".
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