LESESTOFF : LESESTOFF

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Göran Rosenberg:

Ein kurzer Aufenthalt. Aus dem Schwedischen von Jörg Scherzer. Rowohlt Verlag, Reinbek 2013. 393 Seiten, 22,95 Euro.

1947 kommt der Jude David Rosenberg ins schwedische Södertälje. Er hat Ghetto und KZ überlebt und statt in seine Heimatstadt Lodz hat es ihn nach Schweden verschlagen. Er heiratet seine Jugendliebe, auch sie eine KZ-Überlebende, 1948 kommt der Sohn auf die Welt. Doch die alte Existenz erlaubt auch in der idyllischen Kleinstadt keine neue. Als der Sohn zwölf Jahre alt ist, bringt sich David Rosenberg um. Sein Sohn Göran hat den Weg des Vaters aufgeschrieben, dessen Kampf als Überlebender mit den Erinnerungen. Der Sohn, bekannter Journalist und Schriftsteller in Schweden, liefert aus Erinnerungen und Bildern eine literarische Annäherung an den Vater, reist an die Orte der Vergangenheit. Und er versucht nachzuvollziehen, wie es dem Vater während dieses „kurzen Aufenthalts“ in Schweden ergangen ist. Es ist wie bei Primo Levi und vielen anderen: Auschwitz will auch in David Rosenbergs neuer Existenz nicht vergehen. „So gelingt es den Schatten“, schreibt Rosenberg an den Vater gerichtet, „dich einzuholen und zu töten.“ Moritz Schuller

Am kommenden Samstag, den 7. September, liest Göran Rosenberg um 19 Uhr 30 im Haus der Berliner Festspiele (Schaperstr. 24, 10719 Berlin) im Rahmen des Literaturfestivals aus seinem Buch.

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