Kultur : List und Liebe

„Wer weiß, wohin?“ sucht den Frieden der Religionen.

Alles Taktik. Auch ukrainische Stripperinnen sollen die Kriegslüsternheit mildern.
Alles Taktik. Auch ukrainische Stripperinnen sollen die Kriegslüsternheit mildern.

Ein kleines, abgelegenes Dorf. Christen und Moslems leben friedlich zusammen. Der kleinste Anlass allerdings könnte den Bürgerkrieg, der im Rest des Landes tobt, auch hier zum Ausbruch bringen. Da erfinden die Frauen des Dorfs eine List nach der anderen, damit ihre Männer sich nicht gegenseitig an die Gurgel gehen. Lange Zeit geht das gerade noch gut. Als es aber einen Toten gibt, droht das Dorf auseinanderzubrechen.

Vor fünf Jahren verzauberte Nadine Labaki mit bittersüßen Frauenporträts im modernen Beirut ein weltweites Publikum („Caramel“). Auch bei „Wer weiß, wohin?“, ihrem zweiten Langfilm, schrieb sie am Drehbuch, führte Regie und spielt selbst eine Hauptrolle inmitten eines größtenteils aus Laien sich zusammensetzenden Ensembles.

Doch diesmal will Labaki leider ein bisschen viel. Die Episoden sind redundant, die Gesangseinlagen wirken wie Fremdkörper, der Film ist zu lang. Überhaupt könnte die Botschaft ein wenig subtiler herüberkommen. Labakis feines Gespür für den Moment, das Detail, die Charaktere, droht dabei unterzugehen. Aber dass dieser Film, eine etwas unförmige, aber einnehmende Mischung aus Märchen und Realismus, Drama und Komödie, eine Herzensangelegenheit ist, das spürt man in jedem Augenblick. shan

Cinemaxx, Filmkunst 66, FaF, Yorck;

OmU in den Hackeschen Höfen

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