Literatur : Handke will Berliner Heine-Preis nicht annehmen

Der österreichische Schriftsteller Peter Handke will einen von einer Reihe Berliner Schauspieler initiierten Alternativpreis zum Düsseldorfer Heinrich-Heine-Preis nicht annehmen.

Berlin - «Ich bin gerührt von Ihrer Geste, zugleich möchte ich aber beiseitestehen und sie, die Geste, vorbeilassen für etwas anderes, für ein Zeichengeben über mich hinaus», heißt es in einem am Donnerstag im Berliner Ensemble veröffentlichten Brief Handkes an die Initiatoren des Berliner Aufrufs. Wenn das Preisgeld zusammenkomme, solle es für Projekte in von Serben bewohnte Dörfer im Kosovo gespendet werden. «Und, bitte, kein Preis oder Alternativpreis für mich», fügte er hinzu.

Eine Reihe von Theaterleuten, darunter Rolf Becker, Käthe Reichel, Claus Peymann und Gerhard Zwerenz, hatten eine Initiative gestartet, um nach den Debatten um den Düsseldorfer Heine-Preis Geld zu sammeln für einen Berliner Heinrich-Heine-Preis. Der sollte, ebenso wie der Düsseldorfer, mit 50 000 Euro dotiert sein.

Die Verleihung des Preises an Handke war umstritten, weil der 63 Jahre alte österreichische Autor und Dramaturg mehrmals öffentlich für den früheren serbischen Diktator Slobodan Milosevic und dessen Politik Partei ergriffen hatte. Im Düsseldorfer Stadtrat hatte sich wegen der Debatte um die Preiswürdigkeit Handkes eine breite Ablehnung gegen die von einer Jury empfohlene Verleihung abgezeichnet. Handke hatte jedoch bereits zuvor auf die Auszeichnung verzichtet. (tso/dpa)

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