Lutoslawski, Bartók und Janácek beim Musikfest Berlin : Drei Außenseiter im Mittelpunkt

Das Musikfest Berlin konzentriert sich dieses Jahr auf Werke von Witold Lutoslawski, Béla Bartók und Leos Janácek. Ein mutiges Konzept mit drei etablierten Außenseiter, die in der europäischen Musikgeschichte nicht im Mittelpunkt stehen.

Tatjana Kerschbaumer

Alle drei wollten der Musik einen neuen Anfang geben – und so konzentriert sich das Musikfest Berlin in diesem Jahr auf die Werke von Witold Lutoslawski, Béla Bartók und Leos Janácek. Allein Lutoslawski, der im Januar 100 Jahre geworden wäre, ist mit 14 Werken vertreten. Damit greift Winrich Hopp, der künstlerische Leiter des Musikfests, ein Konzept auf, dem sich derzeit auch seine wichtigen Kooperationspartner, die Berliner Philharmoniker, widmen. Hopp stell Lutoslawski eine umfangreiche Werkauswahl von Bartók und Janácek an die Seite: „Mit ihnen präsentieren wir drei etablierte Außenseiter, drei Generationen, die in der europäischen Musikgeschichtsschreibung nicht im Mittelpunkt stehen.“

Den zweiten Pol des Musikfests bilden in der Philharmonie Werke von Benjamin Britten und Dmitri Schostakowitsch. So wird das Mahler Chamber Orchestra Schostakowitschs 14. Sinfonie spielen, das Orchester der Deutschen Oper Berlin, das erstmals am Musikfest teilnimmt, die „Sea Interludes“ aus Brittens Oper „Peter Grimes“.

Die Besucher erwartet außerdem eine Weltpremiere: Igor Strawinskys „Les Noces“ erklingen nicht in ihrer bekanntesten Version, sondern in einer frühen, von dem Holländer Theo Verbey ergänzten Fassung für mechanische Instrumente – etwa Pianolas. Zudem gibt es eine Serie von Kammerkonzerten, unter anderem mit dem Philharmonia Quartett Berlin oder den französischen Streichern Quatuor Diotima.

Das Musikfest, das am 30. August beginnt, bietet in 20 Tagen 24 hochklassige Konzerte an. „Großen Lärm“, also Konzerte mit Weltstars wie Anne Sophie Mutter, gebe es eher am Anfang, sagte Hopp. Das Ende des Festivals solle dagegen musikalisch ruhiger ausfallen: Dann gibt Carolin Widmann ein Konzert für Violine solo und der ungarische Pianist András Schiff bringt zusammen mit Bassbariton Hanno-Müller Brachmann den Liederzyklus „Die Stimmen“ von Antal Doráti zur Aufführung.

Mehr Informationen unter www.berlinerfestspiele.de oder unter Telefon 254 89 100.

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