Kultur : Made in Berlin

Peter Herbstreuth

freut sich über die Energien der lokalen Kunstszene Zu den hippesten Eröffnungen in New York gehörten unlängst Jonathan Meese bei Leo König, Daniel Richter bei David Zwirner und Tal R bei LFL: alles Kreationen der Berliner Galerie Contemporary Fine Arts. Für den ruhigeren Eröffnungsreigen sorgten Werke von Cindy Sherman, Peter Halley und Brice Marden. Die Sterne der Achtzigerjahre leuchten noch hell in einer Stadt, die ihre jungen Marktführer importiert. Die Berliner Galerienlandschaft ist dafür der verlässlichste Zulieferer. Deshalb besitzt das MoMA die umfangreichste Sammlung junger Berliner und kann als einziges Museum die Kunst seit den Neunzigerjahren dokumentieren. Man weiß nicht, ob das eher eine gute oder eine schlechte Nachricht ist.

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Auf der diesjährigen Kunstmesse Art Forum Berlin (18. bis 22. September) präsentiert der ehemalige Direktor der Hamburger Deichtorhallen Zdenek Felix, was die lokalen Sammlungen weitgehend ignorierten, als die Preise auf Startniveau waren: 42 Künstler aus Berliner Galerien. Fast alle haben ihre Verkaufskarriere außerhalb der Stadt gemacht: Franz Ackermann, John Bock, Monica Bonvicini, Manfred Pernice, Daniel Pflumm, Daniel Richter, gefolgt von der 2. Generation mit André Butzer, Björn Dahlem, Yannick Demmerle. „Made in Berlin“, so der Titel, wird gewiss ein Höhepunkt der Messe. Zudem scheinen die Komplikationen des Art Forums ausgebügelt zu sein. Letztes Jahr blieben viele Berliner Händler weg. Dieses Jahr stellen sie mit 35 von 120 Galerien das stärkste Pfund. Parallel wird eine Hotelausstellung am Kudamm geplant, ebenso eine „Berliner Liste“ mit 30 Galerien in Mitte-Nord. Dabei sollen Galerien teilnehmen, die sich die Standmiete auf dem Art Forum nicht leisten können, aber künstlerisch durchaus etwas in petto haben. Solche Ergänzungen sind definitiv gute Nachrichten.

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