Man-Booker-Preis für Reggae-Roman : Marlon James erhält Literaturauszeichnung

Für "A Brief History of Seven Killings" erhält Marlon James den Man-Booker-Preis für englischsprachige Literatur. Damit geht die Auszeichnung zum ersten Mal an einen Jamaikaner.

Preisträger Marlon James mit seinem Roman "A Brief History of Seven Killings".
Preisträger Marlon James mit seinem Roman "A Brief History of Seven Killings".Foto: Andy Rain/epa

Der Man-Booker-Preis für englischsprachige Literatur geht zum ersten Mal an einen Jamaikaner. Der in den USA lebende Autor Marlon James wurde am Dienstagabend in London mit der begehrten Auszeichnung geehrt, die seit 47 Jahren vergeben wird. Die Jury würdigte den 44-jährigen Schriftsteller für seinen Roman „A Brief History of Seven Killings“ („Eine kurze Geschichte von sieben Morden“). In dem Werk geht es um den Mordversuch an dem Reggae-Musiker Bob Marley 1976 und die von Gangs und politischen Turbulenzen geprägte Zeit in Jamaika.

Das 686 Seiten lange Buch sei „sehr aufregend, sehr gewaltvoll und voll von Schimpfwörtern“, urteilte der Jury-Vorsitzende Michael Wood. Das Werk enthalte viele Stimmen, von jamaikanischem Slang bis zu „biblischen Größen“. Der Gewinner des mit 50.000 britischen Pfund (rund 67.000 Euro) dotierten Man-Booker-Preises wurde bei einer Feier in der Guildhall in London verkündet. Der Preisträger James sagte, ein Großteil des Romans sei von der Reggae-Musik inspiriert.

Der preisgekrönte Roman ist sein drittes Buch. „Eine kurze Geschichte von sieben Morden“ wird in der Form einer imaginären mündlichen Biografie erzählt. Zu Wort kommen Geister, Zeugen, Killer, Parlamentarier, Drogenhändler, Schönheitsköniginnen, CIA-Agenten und Reporter.

Der Man-Booker-Preis wird von einer Stiftung vergeben und gilt als wichtigste Auszeichnung für englischsprachige Literatur. Sponsor ist die Investmentfirma Man, zu der auch mehrere Hedgefonds gehören. Seit vergangenem Jahr ist die Auszeichnung für Autoren aller Nationen offen. Deshalb wurden Befürchtungen laut, Schriftsteller aus Großbritannien und dem Commonwealth könnten angesichts starker amerikanischer Konkurrenz künftig leer ausgehen. 2014 ging der Preis an den Australier Richard Flanagan. (epd)

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