Kultur : Martin Walser

Martin Walser hat die gegen ihn protestierenden Vertreter der "jungen Linken" zur Diskussion aufgefordert. Bei einer Lesereise durch Deutschland haben jugendliche Protestler dem Schriftsteller Antisemitismus vorgeworfen und wiederholt seine Veranstaltungen gestört. Die Kritik richtet sich gegen Walsers umstrittene Rede zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels im Jahr 1998. Der Autor hatte damals eine "ständige Thematisierung des Holocaust" als "Moralkeule" bezeichnet und sich gegen eine "Instrumentalisierung von Auschwitz" gewandt. Walser fühlt sich missverstanden: "Sie kennen nur zwei, drei Zitate, haben aber noch nie was von mir gelesen." Bisher sei noch kein Demonstrant zu einem Gespräch geblieben, sagte Walser in Rostock. Den 74-jährigen Autor lassen die Angriffe der vorwiegend jungen Menschen nicht kalt: "Es macht mich wütend, und ich muss mich sehr beherrschen".

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