Mein KUNSTSTÜCK : Kleine Tiere, große Kunst

Nicola Kuhn erinnert sich wehmütig an die Documenta

Nicola Kuhn

Kaum sind in Kassel die letzten Kunstwerke der Documenta 12 abgeräumt, da verkündet die Stadt auch schon stolz ihre Erwerbungen aus dem großen Sommerangebot: Romouald Hazoumés Plastikkanisterboot „Dream“ („der Hingucker schlechthin“, so der Direktor der Neuen Galerie), George Osodis Video „Oil Rich Niger Delta“ sowie vier der insgesamt 1001 von Ai Weiwei mitgebrachten Stühle. Diese Erinnerungsstücke lässt sich Kassel 355 000 Euro kosten. Mit dem Berliner Künstler Peter Kees hätte die hessische Kunstmetropole das allerdings billiger haben können. Der sammelte während der 100-Tage-Ausstellung fleißig Memorabilien der anderen Art – Garderobenmarken, Documenta-Bierdeckel, Spielzeuggiraffen aus dem Angebot eines Straßenhändlers, die der lebensgroßen Version von Peter Friedl verblüffend ähnlich sehen. In der Galerie artMbassy breitet Kees nun seine Souvenirs de Kassel aus, eine Nachlese, die so mancher mit eigenen Schätzen ergänzen könnte. Aber wer weiß, vielleicht werden die Turbulenzen des Marktes die Garderobenmarken und Plastik-Giraffen bis zur Documenta 13 in fünf Jahren in ganz große Kunst verwandelt haben.

Galerie artMbassy, Anna- Louisa-Karsch-Str. 7, bis Di 20. 11., Di-Fr 14-19, Sa 11-17 Uhr

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