Kultur : Militärische Verteidigung: Gleichgewicht des Schreckens

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SALT (Strategic Arms Limitation Talks): 1967 von US-Präsident Johnson angeregt, begann am 16. April 1970 in Wien die erste Atom-Abrüstungskonferenz zwischen den Supermächten USA und UdSSR. Die Verträge SALT I und II stoppten erstmals das Wettrüsten: Sie verboten den Aufbau einer umfassenden Raketenabwehr (siehe ABM) und begrenzten die Zahl der strategischen Raketen und Bomber - jener Atomwaffen, die das Gebiet der jeweils anderen Supermacht bedrohten. SALT II wurde vom US-Senat zwar blockiert, aber von beiden Seiten stillschweigend befolgt.

START (Strategic Arms Reduction Treaty): Die zwei START-Verträge, 1994 und 2000 in Kraft getreten, führten stärker als SALT zu echter Abrüstung. Nach dem START-II-Vertrag sollen beide Atommächte bis 2007 die Zahl ihrer strategischen Atomsprengköpfe auf 3000 bis 3500 vermindern. Ein START-III-Vertrag soll noch niedrigere Grenzen setzen.

ABM (Anti Ballistic Missile): Der ABM-Vertrag von 1972 verbietet den Supermächten den Aufbau einer umfassenden Raketenabwehr. Er soll verhindern, dass das "Gleichgewicht des Schreckens" aus der Balance gerät. Diese Balance besteht nur so lange, wie keine Seite die andere angreifen kann, ohne mit vernichtender Vergeltung rechnen zu müssen. Die Pläne des früheren US-Präsidenten Ronald Reagan zum Aufbau eines umfassenden Raketenschutzschilds, der "Krieg der Sterne", hätten den Vertrag obsolet gemacht. Der neue US-Ansatz einer Raketenabwehr (NMD) soll begrenzten Schutz gegen kleinere Raketenmächte bieten, ohne den Gegenschlag einer Atom-Supermacht abfangen zu können. Dennoch müsste der ABM-Vertrag dafür angepasst werden.

INF (Intermediate-Range Nuclear Forces): Nach dem INF-Vertrag von 1988 haben USA und Russland bis Mai 1991 alle ihre Atom-Mittelstreckenraketen vernichtet. Diese Raketen bedrohten wegen der extrem kurzen Vorwarnzeiten und ihrer hohen Treffgenauigkeit die atomare Balance. Das Abkommen läuft in diesem Jahr aus.

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