Kultur : Mit Rach drei in den Musikhimmel

Jörg Königsdorf

über die Fanclubs der Komponisten Sie sind die wahren Fanclubs der Klassik: die Gesellschaften, die sich zum Ziel gesetzt haben, das Andenken verstorbener Komponisten oder Interpreten zu pflegen. Die Skala reicht vom Exzentrikerclub über lokalpatriotische Vereine wie die Zerbster Fasch-Gesellschaft oder die Darmstädter Graupner-Gesellschaft, die sich um die Hinterlassenschaften verblichener barocker Hofkapellmeister kümmern, bis zu mächtigen Organisationen, die Tantiemen verwalten, Werkausgaben veranstalten und den pfleglichen Umgang mit dem künstlerischen Erbe des jeweiligen Komponisten sicherstellen.

Und zu fördern gibt es eigentlich in jedem Fall genug – selbst bei einem Komponisten wie dem Russen Sergej Rachmaninow , dessen Werke mittlerweile einen ehernen Bestandteil des Konzertrepertoires bilden. Denn auch im Falle Rachmaninows bezieht sich diese Popularität nur auf einen Teil seines Schaffens, nämlich das Klavierwerk. Aber die Opern beispielsweise, die Rachmaninow während seiner Zeit als Kapellmeister am Moskauer Bolschoi-Theater schrieb, sind trotz einer hochgelobten Einspielung der Deutschen Grammophon vor einigen Jahren immer noch nahezu unbekannt.

In Zusammenarbeit mit dem Konzerthaus leistet die Stiftung jetzt Aufklärungsarbeit und präsentiert von Donnerstag bis Samstag den vor genau hundert Jahren entstandenen Einakter „Francesca da Rimini“ mit dem Berliner Sinfonie-Orchester und seinem Chef Eliahu Inbal . Auf volle Länge wird das Programm durch das vierte Rachmaninow’sche Klavierkonzert gebracht, das zwar an Popularität erheblich hinter dem zweiten und „Rach drei“ zurücksteht, aber in seiner Mischung aus spätromantischer Emphase, dramatischer Zielsicherheit und Hollywood-Glamour für die letzte, interessanteste Phase im Schaffen Rachmaninows steht.

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