Kultur : Mondmännchen

Galaktisch gut: Mobys Konzert in der Berliner Arena

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Auf dem Cover seines neuen Albums „18“ kommt Moby als Weltraumreisender daher. Sich selbst bezeichnet der New Yorker Elektropopper als eingefleischten „Sci-Fi geek“, und so wie ein Mondmännchen sieht er bei seinem Berliner Konzert in der Arena zunächst auch aus: ein kleiner Glatzkopf im Schlabberlook. Doch wer glaubt, dass er seinem Ruf als schüchterner und introvertierter Freak gerecht wird, hat weit gefehlt. Denn Moby rockt – gewaltig!

Obwohl alle Songs im Computer vorprogrammiert sind, hat Moby alle Hände voll zu tun: Er schwingt sich hinters Keyboard, wirbelt herum, trommelt enthusiastisch auf Riesen-Bongos ein und hat ersichtlich Spaß daran, seinem Publikum ganz großes Entertainment zu bieten. Die Show – hauptsächlich ein Mix aus seinen beiden letzten Alben – beweist seine musikalische Klasse, mit tranciger, ambientlastiger Musik, in die Gospel, Blues, Funk, New Wave, Techno, Hip Hop, Disco und auch Klassik integriert sind. Das Konzert beginnt er mit einer fetzigen Version von „Extreme Ways“. Wenn er dabei mit seiner Gitarre über die Bühne fegt, sieht er aus wie ein Teenager, der in seinem Zimmer mit einem Tennisschläger Trockenübungen hinlegt, und es wird klar, dass er im Herzen immer der kleine Junge geblieben ist. Mit seinen einzigartigen Klangteppichen gelingt es ihm, sein Publikum ein Stück mit zu den Sternen zu nehmen. Ein Gefühl wie Schweben. Galaktisch gut.

Danke,Moby:Keine Dogmen für eine bessere Welt – wie in täglicher Neuauflage auf seiner Homepage www.moby.com nachzulesen – gibt der bekennende Veganer, Tierschützer und Menschenfreund heute von sich. Moby, der Weltverbesserer, hat unseren Tag ein gutes Stück wärmer gemacht. Glückselig strömt die Menge gen Ausgang, bestens gewappnet für die klirrend kalte Oktobernacht. Katrin von Tippelskirch

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