Kultur : Moritz de Hadeln leitet Filmfest Venedig

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Moritz de Hadeln, Berlinale-Chef von 1979 bis 2001, wird für ein Jahr Chef des Filmfestivals von Venedig. Dies beschloss der fünfköpfige Verwaltungsrat der Biennnale am Donnerstagabend nach einer monatelang kontrovers geführten und in den italienischen Medien als zunehmend desaströs kommentierten Personaldiskussion. Zuletzt hatten der ehemalige RAI-Direktor Pierluigi Celli und die Filmjournalistin Piera Detassis abgewinkt. Beide waren, wie berichtet, erst letzte Woche von Biennale-Chef Franco Bernabè, der zugleich Präsident des in Personalsachen formal entscheidenden Verwaltungsrats ist, als Nachfolger des im Februar vorzeitig zurückgetretenen Alberto Barbera bekannt gegeben worden. Das Tandem scheiterte aber an heftigem Widerstand im Kulturministerium, das sich nicht konsultiert sah - weshalb nun der Weg für den nach eigenen Worten "überraschten" de Hadeln frei wurde. Der 61-Jährige, dessen Wahl in den italienischen Medien gestern ambivalent beurteilt wurde, muss nun in nur fünf Monaten das Programm des 59. Filmfests am Lido auf die Beine stellen. Gleichzeitig wählte der Verwaltungsrat den 47-jährigen Francesco Bonami ebenfalls für ein Jahr zum Leiter der Kunstbiennale und Nachfolger von Harald Szeemann, der das Amt zwei Jahre inne gehabt hatte. Die Wahl des renommierten Experten und Publizisten, zuletzt Senior Curator des "Museum of Contemporary Art" in Chicago, wurde von Kulturminister Giuliano Urbani ebenso begrüßt wie die de Hadelns; sein Staatssekretär Vittorio Sgarbi hingegen sprach sogleich von einer "Provokation". Biennale-Chef Bernabè, erst seit Dezember auf diesem Posten, sei ein "unfähiger, kulturloser Mann, der die Biennale ruiniert hat".

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