Münzdiebstahl im Berliner Bodemuseum : Die Queen in Gold

Welche Goldmünze ist das, die die Diebe aus dem Berliner Bode-Museum geraubt haben? Und warum ist die "Big Maple Leaf" so wertvoll?

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Die 100 Kilogramm schwere Goldmünze "Big Maple Leaf" ist seit 2010 in Berlin. Nun wurde sie gestohlen. Foto: Reuters/Heinz-Peter Bader
Die 100 Kilogramm schwere Goldmünze "Big Maple Leaf" ist seit 2010 in Berlin. Nun wurde sie gestohlen.Foto: Reuters/Heinz-Peter Bader

Sie heißt Big Maple Leaf, passt in keinen Geldbeutel und stammt aus Kanada. Die in der Nacht von Sonntag auf Montag aus dem Münzkabinett des Berliner Bode-Museums gestohlene Münze gehört zu den Highlights der Sammlung auf der Museumsinsel, ihr Nennwert liegt bei einer kanadischer Million Dollar, der Materialwert ist allerdings deutlich höher: Er beträgt knapp 3,7 Millionen Euro.

Sie zählt 53 Zentimeter im Durchmesser, ist drei Zentimeter dick und trägt auf der Vorderseite das Konterfei von Queen Elizabeth II. und auf der Rückseite drei Mal das Ahornblatt, das Wahrzeichen Kanadas. Die Queen - im Alter von 79 Jahren, auf früheren "Gold Maple Leaf"-Münzen ist sie jünger - wird hier in ihrer Eigenschaft als Oberhaupt des Commonwealth dargestellt, ihr schlichtes Porträt stammt von der kanadischen Künstlerin Susanna Blunt. Für das sehr viel elegantere Design des Ahornblatt-Trios auf der Rückseite zeichnet der Graveur Stanley Witten verantwortlich.

Wer ist der Besitzer des Diebesguts?

Die Big Maple Leaf befindet sich seit Dezember 2010 im Münzkabinett des Bode-Museums. Sie war am 3. Mai 2007 von der Royal Canadian Mint ausgegeben worden, alle kanadischen Goldmünzen sind mit dem Porträt von Queen Elizabeth versehen. Diese hier ist die erste Ein-Million-Dollar-Münze weltweit. Sie existiert in fünffacher Ausfertigung, ein Exemplar soll der Queen selber gehören, zwei weitere gingen nach Dubai, wieder eines wurde 2010 in einer Auktion versteigert, ein fünftes Exemplar gehört einem anonymen Besitzer. Bei der Münze im Bode-Museum handelt es sich um eine Dauerleihgabe, ebenfalls von einem anonymen Eigentümer.

Das Schwergewicht ist deshalb so kostbar, weil die Münze aus purem Gold besteht, sie weist einen Feingehalt von 999,99 Tausendsteln auf. Deshalb findet sich auf der Rückseite neben den Ahornblättern die Ziffer 99999.

Die Rückseite: drei Mal das Ahornblatt als Wahrzeichen Kanadas. Foto: Münzkabinett - SMB/ Reinhard Saczewski
Die Rückseite: drei Mal das Ahornblatt als Wahrzeichen Kanadas.Foto: Münzkabinett - SMB/ Reinhard Saczewski

Die Queen hätte bei ihrem Berlin-Besuch im Juni 2015 die Chance gehabt, ihr kostbares Konterfei zu bewundern. Die Staatlichen Museen warben damals jedenfalls für einen Besuch des Museums, da es mit der Big Maple Leaf über einen "würdevollen und daueraften Repräsentanten" der Queen verfüge - attraktiv für alle, die Elizabeth nicht persönlich in Augenschein nehmen konnten.

Das Münzkabinett: Deutschlands wichtigstes Archiv des Geldes

Das Münzkabinett zeigt insgesamt rund 3.400 numismatische Stücke auf der Museumsinsel. Insgesamt besitzen die Staatlichen Museen zu Berlin mehr als 540.000 solcher Objekte, damit ist das Münzkabinett das bedeutendste deutsche "Archiv des Geldes", wie die Museen es selbst nennen.

Noch bis 27. Mai ist im Bode-Museum die dreiteilige Ausstellung „Kunst prägt Geld – MUSE MACHT MONETEN" zu sehen. Zu sehen sind Kunstwerke aus den 90er Jahren bis heute, die sich mit dem Sog von Geld und Macht auseinander setzen. Muse macht Moneten? Moneten machen Beine, lässt sich nach dem spektakulären Kunstklau nun hinzufügen.

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