MUSIKFête de la Musique : Den Sommer einläuten

Jörg W,er

Seit etlichen Jahren gehört die Fête de la Musique in Berlin zum festen Bestandteil der urbanen Sommeranfangsfolklore. Während man sich vor 1995 an Spontanklampfereien bei verstreuten Sonnenwend-Lagerfeuern begügen musste, kann man sich jetzt auf über 50 Bühnen durch die musikalische Weltstadt Berlin treiben lassen – alles umsonst und draußen. Das Spektrum reicht von A-Capella-Chören im Nikolaiviertel über diverse Punkrock-Mutationen vor dem Wild at Heart bis zu elektronischen Klängen in Szeneläden wie Kiki Blofeld oder Sternradio. Keine Pop-Nische bleibt unerforscht.

Empfehlungen fallen angesichts der Fülle schwer, aber wer mobil ist, könnte sich etwa folgende Tour zusammenbasteln: Zum Einstieg luftige Chansons mit Les Copains d’Aborol (17 Uhr, Gainsbourg- Bühne), dann galoppierenden Rockabilly- Punk mit A Pony Named Olga (17.50 Uhr, Pirate Cove), schnell weiter gesaust zum finnischen Polkaspaß mit Kuusimäki (19 Uhr, Heinz Minki), eine kurze Stippvisite beim niedlichen Indiepop von Katze (20 Uhr, Salon Schmück), schön derben Heavy-Rock mit She-Male Trouble (20.25 Uhr, Cassiopeia) und zum Ausklang gepflegte Songwriter-Melancholie mit Lasse Matthiessen (22.15 Uhr, Wendel). Letztlich kommt meistens alles anders als geplant, aber gerade das spontane Verweilen bei neu entdeckten Lieblingsbands oder in angenehmer Gesellschaft ist ja das Tolle an einem zwanglosen Event wie der Fête de la Musique. Und wer am späten Abend noch ungestillten Erlebnishunger verspürt, kann bei der Fête de la Nuit in diversen Clubs gleich bis zum Morgengrauen durchtanzen. Jörg Wunder

Verschiedene Orte, Do 21.6., 17-23 Uhr,

Programm: www.fetedelamusique.de

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