Neues Musikalbum von Papst Franziskus : Päpstlicher Pop

Papst Franziskus gilt vielen als Reformator und Hoffnungsträger der katholischen Kirche. Mit seiner CD "Wake up!" geht er nun auch noch unter die Musiker.

Johannes Metternich
Legt sein Debütalbum vor: Papst Franziskus
Legt sein Debütalbum vor: Papst FranziskusFoto: dpa

Egal ob gläubig oder ungläubig, Papst Franziskus hören viele Menschen gerne zu. Mit seiner offenen und humorvollen Art begeistert der erste Lateinamerikaner auf dem Stuhl Petri seit seiner Wahl 2013 die Massen, viele erwarten den Anbruch neuer Zeiten in der katholischen Kirche.

Nun kann man den Pontifex, der auch ein großer Musikliebhaber und Tangotänzer ist, auf einer Musik-CD hören. „Wake up!“ („Erwachet“), heißt das von dem Label Multimedia San Paolo produzierte und von der Agentur Believe Digital vertriebene Album, das am 27. November auf den Markt kommt und morgen im Vatikan vorgestellt wird. Es ist eine Zusammenstellung von elf Stücken, in denen christliche Lieder und Instrumentalpartien mit Rede- und Predigtauszügen von Franziskus vermischt sind.

Die musikalischen Genres sind dabei bunt gemixt. Von Pop und Rock über Latin und elektronische Klänge bis hin zu gregorianischen Gesängen ist vieles vertreten. Sakrale Texte wie „Salve Regina“ oder „Veni Sancte Spiritus“ werden unter Leitung von Don Giulio Neroni mit zeitgenössischer Musik neu arrangiert. „Wake up!“ enthält auch Beiträge von Giorgio Kriegsch, Tony Pagliuca (Gründungsmitglieder der Band „Le Orme“), Giuseppe Dati (Textschreiber unter anderem für Laura Pausini), Lorenzo Piscopo und dem Orchesterdirektor Dino Doni. Eine musikalische Kostprobe wurde bereits vorab veröffentlicht: Im Stück "Wake Up! Go! Go! Forward" werden Ausschnitte aus einer Predigt des Papstes beim 6. Asiatischen Weltjugend im August 2014 in Südkorea mit rockigen Gitarren- und Trompetenklängen kombiniert.

Angekündigt ist Franziskus „abwechselnd auf Italienisch, Spanisch, Englisch und Portugiesisch“. Das trifft nicht ganz zu, denn auf zehn der elf Stücke spricht er entweder in seiner Muttersprache Spanisch oder auf Italienisch, neben Latein Amtssprache des Vatikans. In seinem recht eigentümlichen Englisch predigt er zur Jugend in Südkorea. Auf Portugiesisch gibt es nur ein paar Sätze, und die werden konsequent spanisch ausgesprochen.

Albumcover von "Wake up!"
Albumcover von "Wake up!"Foto: dpa

Am eindringlichsten klingt der argentinische Papst auf Spanisch. Lauter Jubel ertönt, als er beim 28. Weltjugendtag in Rio de Janeiro im Juli 2013 vor zumeist aus seinem Heimatland angereisten Jugendlichen ausruft „Die Kirche muss hinaus auf die Straße“ und „Die Kirche kann keine NGO sein“. „Der Glaube darf nicht verflüssigt werden“, sagt er an gleicher Stelle. „Warum leiden die Kinder?“ hört man ihn, eingeleitet von Klarinetten- und Streicherklängen, bei einem Besuch auf den Philippinen sagen, „Gott vergibt immer, die Natur vergibt nie“, warnt er in einer Rede vor der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) in Rom.

Das Album kommt mit einem 24 Seiten starken Booklet, das die Papsttexte enthält, die auch, wo nötig, ins Englische und Spanische übersetzt werden.

Tsp/dpa

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