Kultur : Neues sehen

Lempertz präsentiert seine Offerten in Berlin

Katrin Wittneven

„Equisetum Hyemale“ heißt etwas mysteriös das Spitzenlos der Fotoauktion bei Lempertz, eine Pflanzenfotografie von Karl Blossfeld. 30000 bis 40000 Euro werden für das extreme Hochformat erwartet, denn nur selten kommen Vintage-Abzüge des Fotografen auf den Markt. Insgesamt versteigert das Kölner Auktionshaus 305 Objekte. Eine Auswahl der Spitzenstücke ist heute in den neuen Räumen des Auktionshauses im Berliner Nicolaiviertel zu sehen. Wunderbare Vintages von Edmund Kesting sind darunter ebenso wie ein Fotogramm mit Fisch und Zitrone (Schätzpreis 3500 Euro) oder ein Porträt seines Sohnes, den der Vertreter des „Neuen Sehens“ aus nächster Nähe fotografierte (3800 Euro).

Das Spektrum reicht von den Anfängen der Fotografie bis zu zeitgenössischen Künstlern wie Thomas Demand oder Wolfgang Tillmans, dessen Porträts ebenso zufällig wie fein komponiert wirken. Blossfelds Fotografie entstand dagegen gar nicht als Kunst, sondern war Anschauungsmaterial für das Fach „Modellieren nach lebenden Pflanzen“, in dem er unterrichtete. Übersetzt heißt der lateinische Name dann auch schlicht „Winter-Schachtelhalm“.

Kunsthaus Lempertz Berlin, Poststr. 22, Vorbesichtigung heute von 10 bis 17 Uhr.

0 Kommentare

Neuester Kommentar