Kultur : NPD-Verbotsantrag: Erste Ausfahrt Exit - Schwedens Umgang mit Rechten

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Mit dem Programm Exit bieten die Schweden ihren Neonazis seit 1998 Hilfe beim Ausstieg aus der Szene. Auch in Norwegen, Dänemark und Finnland gibt es solche Gruppen. Innerhalb von zwei Jahren gliederte Exit 80 schwedische Neonazis wieder in die Gesellschaft ein.

Die Gruppe hilft Aussteigern bei praktischen Dingen wie Behördengängen, bei der Wohnungssuche oder der Suche nach einem Ausbildungsplatz und im Umgang mit Polizei und Justiz. Für viele Ex-Neonazis ist aber etwas anderes noch wichtiger: Sie fallen nach dem Ausstieg in ein Loch, haben keine Freunde außerhalb der Szene mehr. Auch hier versucht die Gruppe, den Kandidaten aufzufangen. Alle Mitarbeiter bei Exit waren früher selbst Neonazis - und sind somit intime Kenner ihrer Denk- und Funktionsweise. Finanziert wird das Projekt vom Kultusministerium und von Sponsoren aus der Wirtschaft.

Die Schweden leisten noch mehr: In einer spektakulären Aktion druckten die größten Tageszeitungen des Landes wortgleich eine fünfseitige Reportagenserie mit dem Titel "Der Rechtsstaat ist in Gefahr". Aus Angst vor Gewalttaten ließen die Autoren der Enthüllungsartikel allerdings ihre Namen weg.

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