Oper : Abschieds-Sinfonie

Die Ära des Musikchefs Kirill Petrenko an der Komischen Oper geht zu Ende. Am 14. und 18. Juli leitet er noch Aufführungen seiner letzten Neuinszenierung: Lehárs "Land des Lächelns".

Frederik Hanssen

Kenner der Klassik-Szene hatten eigentlich viel früher damit gerechnet: Kirill Petrenko verlässt Berlin – um künftig um den Globus zu jetten. Der in Wien ausgebildete Russe aus Omsk gehört unzweifelhaft zu den wichtigsten Dirigenten der jüngeren Generation und wird dementsprechend heiß umworben: Alle bedeutenden Orchester und Opernhäusern der Welt wollen ihn haben, wenigstens als Gast. Dass er angesichts dieser verlockenden Angebote überhaupt fünf Jahre lang als Generalmusikdirektor an der Komischen Oper geblieben ist, darf man getrost als Kompliment an das innovative Musiktheater in der Behrenstraße deuten.

Mindestens zwei Jahre will er nun Abstand von der deutschen Hauptstadt halten – auch um seinem designierten Nachfolger die Chance zu geben, eigene Akzente zu setzen: Carl St. Clair, der von der Staatskapelle Weimar nach Berlin wechselt, wird es sowieso nicht leicht haben. Zu prägend war Petrenkos Handschrift in den letzten Jahren, zu nachhaltig sind die Erinnerungen an spannende, von ungeheurer Energie durchpulste Abende.

Am 14. und 18. Juli leitet Petrenko noch Aufführungen seiner letzten Neuinszenierung: Lehárs „Land des Lächelns“. Am 16. Juli kann man ihn ein letztes Mal mit dem „Rosenkavalier“ erleben. Für das finale Sinfoniekonzert hat er eine eigenwillige Mischung gewählt, bei der zwei skandinavische Kompositionen eine russische Rarität rahmen: Zwischen dem Flötenkonzert des Dänen Nielsen und der siebten Sinfonie des Finnen Sibelius erklingt Rachmaninows (von Edgar Allan Poe inspirierte) Kantate „Die Glocken“ für Soli, Chor und Orchester. Do Swidanija, Maestro! Frederik Hanssen

Komische Oper, Fr 13.7., 20 Uhr, ab 8 €

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