"P.S.Jerusalem" auf der Berlinale : Vater, lass mich mal machen

Trotz Vorbehalte gegen die Heimat: Die Filmemacherin Danae Elon erzählt in „P. S. Jerusalem“ ihre Familiengeschichte.

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Blick über die Stadt: Ausschnitt aus Danae Elons "P.S. Jerusalem".
Blick über die Stadt: Ausschnitt aus Danae Elons "P.S. Jerusalem".Foto: Berlinale

Der Vater von Filmemacherin Danae Elon war einst mit seinen Eltern vor den Nazis nach Israel geflohen und wurde dort ein bedeutender Journalist, unter anderem als Bonner Korrespondent der Zeitung „Haaretz“. 2004 aber zog er dann aus Protest gegen die israelische Regierungspolitik nach Italien weiter. Seiner in Tel Aviv geborenen einzigen Tochter nahm Amos Elon damals das Versprechen ab, niemals in ihr Herkunftsland zurückzugehen.

Doch die – so geht das mit allzu patriarchalem Rat! – zieht schon kurz nach seinem Tod mit Ehemann und zwei Söhnen aus Kanada ausgerechnet nach Jerusalem, um dort trotz politischer Vorbehalte eine Heimat und für die Söhne eine stabile Identität zu finden. Bald schon fressen sich die tiefe Spaltung des Landes und die Aggressivität vor allem der Siedlerbewegung jedoch tief in den familiären Frieden. Die Filmemacherin begleitet die Dynamik der Beziehungen unter diesen Bedingungen mit wachem und selbstkritischem Blick und profitiert dabei von den klugen Fragen des mit seinen etwa fünf Jahren ältesten Sohnes.

Uns beschert sie mit dem filmisch dokumentierten Selbstversuch einen mehr als gelungenen und trotz aller Bitterkeit oft komischen Home-Essay, der Familiengeschichte(n) mit politischen und existenziellen Reflektionen verknüpft. Väter und Töchter gibt es schließlich nicht nur in Israel.

18.2., 19.15 Uhr (Cinestar 8), 19.2., 19.30 Uhr (Zoo-Palast 2), 21.2., 16.30 Uhr (Delphi)

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