PAUKEN & Trompeten : Diva besser!

Jörg Königsdorf über das große Duell der internationalen Primadonnen

Jörg Königsdorf

Leos Janacek hatte unrecht, als er vor 80 Jahren in seiner „Sache Makropoulos“ die Operndiva als Symbol einer untergehenden Epoche sterben ließ. Im Gegenteil: Der Mythos Diva zeigt sich heute eher noch robuster als zu Janaceks Zeiten. Bei Anna Netrebko etwa muss niemand befürchten, dass sie im Anschluss an ihre Traviatas an der Deutschen Oper (14., 17. und 20.11.) vor Kummer nicht schläft. Vielleicht nutzt sie am Samstag gar die Gelegenheit und schaut sich den jüngsten Coup ihrer Rivalin Cecilia Bartoli an: Die präsentiert parallel zu ihrem neuen Programm, das der romantischen Primadonna Maria Malibran gewidmet ist, in einem rollenden Museumstruck ihre Malibran-Sammlung. Am Samstag und Sonntag parkt der Laster vor der Philharmonie. Mal sehen, ob die Berliner den bisherigen Spitzenwert von 1386 Besuchern pro Tag toppen können.

Natürlich sind beide Divenevents längst ausverkauft. Zu kurz Gekommene können jedoch am Samstag auf die Staatsoper ausweichen, wo es gleich zwei Primadonnen fürs Geld gibt. Denn Donizettis Maria Stuarda ist nichts anderes als ein Divenschaukampf, der mit den Mitteln des Belcanto ausgetragen wird. Als Elisabetta ist noch Katharina Karnéus von der Premierenbesetzung dabei, die Rolle von Maria hat die junge albanische Sopranistin Ermonela Jaho übernommen.

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