PAUKEN & Trompeten : Klingelingeling mit Klanggirlanden

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Noch einfacher als das Rezept für Blitzblätterteig (je ein Teil Butter, Quark und Mehl, prima für gefüllte Plätzchen) ist die Erklärung, warum zu Weihnachten Gesang gehört: Weil Singen wohltut, vor allem bei Kerzenlicht und wenn keine Ansprüche an die Virtuosität gestellt werden. Diese Woche lässt sich endlich einmal jeden Tag Gesang genießen. Adventsmusiken gibt es in der Auenkirche Wilmersdorf (am heutigen Sonntag), in Schönebergs St.-Norbert- (Montag) und der Apostel-Paulus- Kirche (Dienstag), in der Tempelhofer Glaubenskirche (Donnerstag), der Gethsemanekirche (Freitag) und St. Nikolai in Spandau (Samstag).

Doch klingelingen natürlich auch in den seriösen Konzerthäusern die Weihnachtsglöckchen. Gleich heute singen zwei großartige Chöre Adventliches; die Dresdner Kreuzknaben treten im Konzerthaus auf, die Windsbacher in der Philharmonie. Und dann natürlich die herrliche Klanggirlande, die mit Bachs Weihnachtsoratorium über die Stadt gelegt wird: Festtagsfreude und Innigkeit bei absoluter Machbarkeit selbst für Laienchöre – so etwas konnte nur ein Bach. Am heutigen zweiten Adventssonntag wird in der Gethsemanekirche gejauchzt und in St. Josef (Weißensee) frohlockt, am Samstag wird weiter gerühmt, was der Höchste getan, im Dom, im Konzerthaus und in der Lichtenberger Erlöserkirche. Wer Gesang und Weihnachtsplätzchen nicht mag oder sich längst übergegessen und übersungen hat, findet dagegen kaum Obdach in diesen Tagen, höchstens vielleicht in der Philharmonie, wo am Mittwoch die 1981 abgefilmte Dirigier-Persiflage „An Evening With Danny Kaye and The New York Philharmonic“ gezeigt wird.

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