Filmplattform : Youtube muss Musikvideos löschen

Youtube, die weltweit größte Videoplattform im Internet, muss Musikvideos löschen. Grund sind gescheiterte Vertragsverhandlungen zwischen der Warner Music Group, einem der vier größten Musikkonzerne, und Youtube. Wie immer geht es dabei um viel Geld.

Christian Tretbar

Bereits am Wochenende waren zahlreiche Videos internationaler Stars wie Madonna, R.E.M. oder Led Zeppelin gesperrt. Warner will stärker von den Werbeeinnahmen profitieren. Experten schätzen, dass einzelne Musikkonzerne auf diese Art rund 100 Millionen US-Dollar jährlich erwirtschaften.

Youtube wurde 2006 vom Internetkonzern Google für 1,65 Milliarden Dollar gekauft und hat weltweit mehrere Millionen Nutzer. Es ist die wichtigste Plattform für Musikvideos und hat dem Musiksender MTV längst den Rang abgelaufen. „Wir können keine Bedingungen akzeptieren, die die Musikproduzenten nicht angemessen für ihre Arbeit entschädigen“, heißt es bei Warner. Betroffen sind Videos von renommierten Pop-Musikern; aber auch deutsche Bands und Musiker, die bei Warner unter Vertrag stehen, sind sehr wahrscheinlich betroffen.

Für die Musikindustrie ist die Videoplattform ein wichtiges ökonomisches Standbein. Da weltweit immer weniger Tonträger verkauft werden, müssen sie sich alternative Einnahmequellen suchen. Youtube ist eine davon. Von dem Geschäft haben beide Seiten etwas. Die Musikkonzerne stellen die Rechte für Videos ihrer Künstler der Online-Plattform zur Verfügung, im Gegenzug werden sie an Werbeeinnahmen beteiligt. Diese Einnahmen stammen aus Anzeigen, die neben Videos auf Youtube zu sehen sind. Genaue Zahlen nennt Youtube nicht. Im März 2009 läuft die Vereinbarung zwischen Warner und Youtube aus. Dass sich beide nun nicht auf einen neuen Vertrag einigen konnten, hat wohl Signalwirkung auf andere Musikkonzerne, wie Sony BMG oder Universal. Die stehen ebenfalls vor neuen Verhandlungen.

Für Youtube sind Musikvideos das wichtigste Standbein. Acht der zehn meistgesehenen Videoclips im Jahr 2008 waren Musikvideos. Noch sind auf der Seite einzelne Clips zu sehen. In einem Statement hat Youtube offen gelassen, ob sie der Aufforderung von Warner Folge leisten werden oder sogar von sich aus, die Videos der betreffenden Künstler sperren. „Wenn wir keine vernünftigen Geschäftsmodelle aushandeln können, muss man sich manchmal auch von einigen Partner trennen“, heißt es.

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