Kommentar : Rock die Krise

Es geht auch ohne Sony BMG. Die Popkomm läuft - live ist von Krise nichts zu spüren.

Jan Oberländer

Die fünfte Berliner Popkomm beginnt, und das Majorlabel Sony BMG ist mal wieder nicht dabei. Dass der Branchenriese sich – wie 2004 und 2005 auch – entschieden hat, keinen Stand auf der mittlerweile zum fünften Mal in Berlin gastierenden Musikmesse aufzubauen, schmälert deren Bedeutung nicht. Bei der am Dienstag veranstalteten Pressekonferenz zur Eröffnung ist der Ton jedenfalls optimistisch. Messechef Ralf Kleinhenz scherzt, in Zeiten der Bankencrashs habe man die „rote Laterne der Krise“ an andere Branchen weitergereicht. Der Messeteil der Popkomm ist mit 843 Ausstellern aus 52 Ländern fast genauso groß wie vergangenes Jahr. Und Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Musikindustrie, stellt fest, dass sich das Internet als Vertriebsmedium weiterentwickelt und neue Geschäftsmodelle entstehen. Gorny würde die Krisenlaterne trotzdem lieber noch brennen lassen. Die inzwischen schon traditionelle Diskussion darüber, wie mit den Herausforderungen von Globalisierung, Digitalisierung und Musikdateienklau umzugehen ist, wird die Branche auf einem messebegleitenden Kongress führen. In jedem Fall, sagt Gorny, sei die Körperlichkeit eines Live-Auftritts für die Musikvermarktung genauso wichtig wie die Möglichkeit, einen Song (legal!) runterzuladen. Im Live-Bereich gibt es garantiert keine Krise: 400 Bands spielen im Rahmen der Popkomm in Berlin.

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