Konzertvorschau : Christina Stürmer kommt in diese Stadt

Eigentlich ist sie kein Großstadtmensch. Nach Berlin kommt die Österreicherin Christina Stürmer trotzdem immer wieder gern.

Saskia Weneit
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Rockig und trotzig. Christina Stürmer kommt mit neuem Album nach Berlin.Foto: Promo

Am 30. April startet sie hier ihre Deutschlandtournee mit neuem Album im Gepäck, dem sechsten: „In dieser Stadt.“ Christina Stürmer klingt darauf rockiger als früher, nicht mehr so glatt. „Wir haben uns da gegen die Plattenfirma durchgesetzt. Die wollten lieber mehr Balladen, aber wir haben auf den rockigen Stücke bestanden. Und nun ist es ja ein ganz schönes Album geworden“, erzählt sie.

Auch ist sie trotziger geworden. Die Single „Ist mir egal“ klingt wie ein Befreiungsschlag: „Sie sagen, du brauchst Personality, doch den Beifall ernten sie. Es ist mir egal, ob euer Falsch mein Richtig ist“, singt sie. Die 26-Jährige will sich freikämpfen vom Castingshow-Image. 2003 war sie Zweite bei der österreichischen Sendung „Starmania“ geworden. Inzwischen hat sie gezeigt, dass man als Casting-Gewächs nicht zwangsläufig in eine Soap oder in Vergessenheit geraten muss.

Eigentlich geht es in ihrem Album nur um das eine: sein eigenes Leben zu leben, gegen den Strom zu schwimmen. Das war nicht immer leicht für sie, gerade im Musikgeschäft nicht. „Am Anfang war das schwierig, weil viele Leute reingeredet haben. Trotzdem bin ich sehr dankbar für mein damaliges Management, das mich durch das Showbusiness geleitet hat. Mittlerweile habe ich Jahr für Jahr dazugelernt, wie das alles abläuft.“

Vor einem Jahr wechselte sie ihr Management. „Es war wie ein Crashkurs“, sagt Stürmer über ihre ersten Jahre. Selbstbewusster sei sie geworden. „Ich hab gelernt, auch mal nein zu sagen und darauf zu bestehen, wie ich bin. Wenn da jemand nicht mit klar kommt, ist das nicht mein Problem.“ Früher hätte es ihr noch wehgetan, wenn die Menschen um sie herum nicht erfreut waren, wenn sie ihren eigenen Kopf hatte. Sie sei schnell die Zicke gewesen, erzählt sie. „Mittlerweile ist mir das echt egal.“ Rückhalt gibt ihr auch ihre Band. Mit Gitarrist Oliver Varga, der auch einige Songs auf dem Album geschrieben hat, lebt sie zusammen. Gemeinsam wohnen sie in einem Haus auf dem Land. Sie lacht: „Das wirkt natürlich sehr bieder und spießig.“ Auch da steht sie mittlerweile drüber. „Mir gefällt es dort, und ich möchte dort bleiben, so lange es geht“, sagt sie. Sie findet dort die nötige Ruhe.

Genau die würde ihr in Berlin fehlen. Auf der Tour hat sie genug Hektik. Ihr kommt Berlin vor „wie eine Partystadt“. Für einen waschechten Wiener sei es fast schon zu hip: „Der kennt Wien, und Wien ist die Welt.“ Für ein paar Tage kommt sie aber gern her, auch privat. Hier hat sie die meisten Deutschandkonzerte gespielt. „Die Berliner sind lockerer als die Wiener. Und stylischer. Der typische Wiener ist so ein Grantler“, sagte Stürmer. „Aber wahrscheinlich gibt es auch hier grantige Menschen.“

30. April, 20 Uhr, Columbiahalle, Tickets 37,45 Euro

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