Leserdebatte : Die besten Alben der 60er

Zur Berlin Music Week stellen unsere Pop-Kritiker ihre jeweilige Top Ten der Fünfziger- bis zu den Nullerjahren zur Debatte. Kommentieren und diskutieren Sie mit! Heute stellt Christian Schröder seine Sixties-Top-Ten vor.

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Pink Floyd 1967: Roger Waters, Nick Mason, Syd Barrett, Rick Wright.
Pink Floyd 1967: Roger Waters, Nick Mason, Syd Barrett, Rick Wright.Foto: dpa

1 Pink Floyd: The Piper At The Gates Of Dawn

Bevor Syd Barrett sich in den Wahnsinn zurückzog, spielte er mit seiner Band ein Album ein, das seiner Zeit Lichtjahre voraus war. Pink Floyd besingen Vogelscheuchen und Zwerge und begeben sich mit ihrem Spacerock auf den „Interstellar Overdrive“. (1967)

2 Beach Boys: Pet Sounds

Das erste Konzeptalbum der Popgeschichte, noch vor „Sgt. Peppers“. Die Beach Boys klopfen auf Cola-Dosen und Plastikflaschen herum, benutzen Hundebellen und Kirchenorgeln. Traumpop, der Gültigkeit behält, „as long as there are stars above us“. (1966)

3 Isaac Hayes: Hot Buttered Soul

Die Erfindung der Soulsymphonie aus dem Geist der Entschleunigung. Zwölf Minuten lang schmachtet Hayes in seiner Bacharach-Adaption „Walk On By“ zu anschwellenden Bläsern einer Frau hinterher, die ihn verlassen hat. Keine Sekunde zu viel. (1969)

4 The Beatles: Rubber Soul

Die Fab Four, als sie noch Pilzköpfe und keine Bärte trugen und noch nicht an Gesamtkunstwerken feilten. Sie schrieben Zwei- und Drei-Minuten-Popsongs, aber was für welche: „Drive My Car“, „Girl“, „Norwegian Wood“. Hits, Hits, Hits. (1965)

5 The Kinks: Something Else

Ray Davies ist ein bissiger Chronist des untergehenden britischen Weltreichs und einer der größte Geschichtenerzähler des Pop. Seine Zynismen verpackt er in perfekte Mitpfeif-Melodien. „Waterloo Sunset“ ist seine Liebeserklärung an London. (1967)

6 The Byrds: Fifth Dimension

Der British Invasion setzten die kalifornischen Byrds ihre berückenden Gesänge und Roger McGuinns zwölfsaitige Gitarre entgegen. Ein Meilenstein des Folk-Beat, unsterblich schon allein wegen der Flug- und Drogenhymne „Eight Miles High“. (1966)

7 The Rolling Stones: Beggars Banquet

Das siebte Studioalbum der Stones markiert einen Umbruch. Mit „Sympathy For The Devil“ wenden sie sich vom Hippietum ab, mit Balladen wie „No Expectations“ und „Factory Girl“ beginnen sie sich am Country-Erbe abzuarbeiten. (1968)

8 The Remains: The Remains

Teenagerpop, so frenetisch und mitreißend, wie er sein muss. Boy-meets-Girl-Dramen zu scheppernden Gitarren. Die Remains aus Boston begleiteten die Beatles bei ihrer letzten US-Tour, dann lösten sie sich auf. Ihr Ruhm endete in der Versenkung. (1966)

9 The Seeds: The Seeds

Von den Blumenkindern der US-Westküste, die das LSD in den Wahnsinn trieb, war Sky Sunlight Saxon einer der verrücktesten. Das Debüt seiner Band blubbert psychedelisch, der Kracher „Pushin’ Too Hard“ nimmt den Punk vorweg. (1966)

10 Flying Burrito Brothers: The Gilded Palace Of Sin

Das beste Countryrockalbum der Ära, eingespielt von den Byrds-Veteranen Gram Parsons und Chris Hillman und einigen Kumpels in einer Holzhütte am Wüstenrand. Wer bei ihrer Version von „Dark End Of The Street“ keine Träne weint, hat kein Herz. (1968)

Und was meinen Sie? Was halten Sie von der Auswahl unseres Popkritikers? Und wie lautet Ihre Top Ten der Sechzigerjahre? Kommentieren und diskutieren Sie mit! Nutzen Sie dazu bitte die einfach zu bediendende Kommentarfunktion etwas weiter unten.

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