Rückblick : 2007 - Das Jahr der Comebacks

Wer hat das gewollt? In diesem Jahr feierten wie auf Knopfdruck Musiker verschiedenster Genres ihr Comeback: Für Poplegenden wie Genesis, Punk-Ikonen wie The Police oder die wiederauferstanden Spice Girls lief der Ticketverkauf traumhaft.

Nadine Emmerich[ddp]
The Police
Sting - Bassist und Sänger der Musikgruppe "The Police". -Foto: ddp

BerlinEs war das Jahr der Comebacks: Nach jahrelanger Bühnenabstinenz gingen 2007 Bands wie Genesis, The Police und Take That wieder auf Tour und spielten in meist ausverkauften Hallen und Stadien. Nicht nur die Fans freuten sich über das Wiedersehen. Auch die Veranstalter rieben sich aufgrund der Ticketverkäufe die Hände.

Allein die Konzertagentur Peter Rieger freute sich über mehr als 450.000 Besucher, die zu den acht Genesis-Konzerten in Deutschland kamen. Schon am ersten Vorverkaufswochenende im November 2006 waren mehr als 200.000 Tickets verkauft worden, bis Weihnachten waren fast alle Konzerte ausverkauft. "Wir hätten problemlos noch weitere Stadien spielen können, haben aber leider keine weiteren Shows bekommen", so die Konzertagentur. Die 1966 gegründeten Genesis waren im Sommer erstmals seit 15 Jahren wieder auf Tour gegangen - in der Besetzung Phil Collins, Tony Banks und Mike Rutherford.

Auch die Shows von The Police waren ein Renner. Konkrete Zahlen wollte die Konzertagentur Marek Lieberberg in Frankfurt am Main  jedoch nicht nennen. Aber im kommenden Jahr soll es weiter gehen: Die Veranstalter buchten weltweit bereits Zusatzshows: So treten The Police 2008 auch in Australien, Neuseeland, Japan und China auf.

Take That krönen das Comeback-Jahr

Die Band um Frontmann Sting hatte sich 30 Jahre nach Gründung und 21 Jahre nach ihrer Trennung wieder ins Rampenlicht gewagt. Nach dem Start ihrer Welttournee Ende Mai im kanadischen Vancouver standen The Police ab Mitte September auf deutschen Bühnen. Zwei Konzerte in Mannheim und Düsseldorf mussten indes abgesagt werden, weil Sting an einer Kehlkopfentzündung litt. Die Shows werden 2008 nachgeholt.

Auch Take That brachten rund zehn Jahre nach ihrer Trennung wieder viele Fans zum Kreischen. Nach dem Comeback-Album "Beautiful World" gingen die britischen Musiker ab Ende Oktober auf Reunion-Tour auch durch Deutschland. Auf der Bühne standen bei den sechs Konzerten aber nur Gary Barlow, Jason Orange und Mark Owen. Howard Donald hatte sich bei einem Bühnen-Salto an der Brust verletzt. Über einen möglichen Gastauftritt von Robbie Williams war zwar regelmäßig spekuliert worden, die Mutmaßungen bewahrheiteten sich aber nicht. Insgesamt bot die wiedervereinte Boyband eine Bühnenshow mit Glamour und Sexappeal, die Robbie Williams fast den Rang abgelaufen hätte.

Smashing Pumpkins rockten am Ring

Kim Wilde war im März nach 13 Jahren Abstinenz wieder auf deutschen Bühnen zu erleben. Im Juni machten die Smashing Pumpkins ihre Wiedervereinigung nach sieben Jahren mit Auftritten bei den Festivals Rock am Ring und Rock im Park sowie bei einem Konzert in Berlin komplett.

Ein nur kurzes Comeback-Intermezzo gaben Freundeskreis um Sänger Max Herre, um die es seit 2001 still gewesen war. Die HipHopper traten im Juli und August bei verschiedenen Festivals auf - verkündeten jedoch zugleich, es dabei belassen zu wollen. Auch als Tina Turner im Mai in London auftrat, wurde schon von einem Comeback der Rockdiva gemunkelt - das es dann aber doch nicht geben sollte.

Die Powerfrauen kehren zurück

Die No Angels, die sich ebenfalls in diesem Jahr wieder zusammenfanden, lassen sich derweil mit einer Tour noch Zeit. Möglicherweise werde es diese 2008 geben, konkret geplant sei aber noch nichts, teilte das Management der Girlband mit. Zwar schafften es das neue Album der No Angels, "Destiny", und die Single "Goodbye to Yesterday" bis auf Platz vier der deutschen Charts, die weiteren Singleauskopplungen "Maybe" und "Amaze Me" dümpelten jedoch auf den Plätzen 36 und 25 vor sich hin.

Auch die Rückkehr der 2002 aufgelösten Spice Girls hätte vermutlich glorreicher ausfallen können: Zwar reißen sich die Fans in Großbritannien und den USA um die fünf Sängerinnen. In London war das erste Konzert binnen 38 Sekunden ausverkauft. Für das einzige Deutschlandkonzert am 20. Dezember in Köln gab es Ende November laut Veranstalter aber noch 3000 von 14.000 verfügbaren Tickets. Das im November veröffentlichte "Greatest Hits"-Album schaffte es in Deutschland nur auf Platz 50 der Charts.

Unvergessen: Britneys Blamage

Auch Britney Spears bekam ein sehr geteiltes Echo auf ihr Comeback-Album "Blackout": Zwar scheint sie ihre neuen Songs als kommerziellen Erfolg verbuchen zu können. Das schützte sie aber nicht davor, für die gesamte Platte zum Teil recht üble Kritiken der Musikjournaille einstecken zu müssen.

Als letzte stieg Kylie Minogue in den Comeback-Club ein. Nachdem sie die 2005 festgestellte Brustkrebserkrankung nach Operationen und Chemotherapie besiegte, stellte sie jüngst ihre neue Platte "X" vor. Erst wurde um Minogues künftige Tourpläne ein großes Geheimnis gemacht, nun steht fest, dass sie 2008 zu sechs Konzerten nach Deutschland kommen wird: Start ist am 9. Mai in Stuttgart. (dm/ddp)

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