Weltrekordversuch : Rocken bis zum Umfallen

Der Musiker Samuel Harfst will mit seiner Band den längsten Straßenmusik-Auftritt der Welt absolvieren. Dafür winkt ein Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde.

Nadine Kuhn
Samuel Harst mit seiner Band auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof.
Samuel Harst mit seiner Band auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof.Foto: dpa

Mit Akustikgitarre, Jazz-Trommel und Keyboard hat sich die Band vor der ehemaligen Abflughalle am Flughafen Tempelhof aufgebaut. „Wie lange wollt ihr spielen?“, fragt Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) den Sänger Samuel Harfst. „So lange wir durchhalten“, antwortet der Bandleader. Harfst will mit dem längsten Straßenmusik-Konzert der Welt ins Guinness-Buch der Rekorde.

Hierzu wünscht der Regierende „viel Glück“ – und schlägt den Eröffnungsgong zur Musikmesse Popkomm. Als der blonde Sänger den ersten Song anstimmt, bildet sich bereits nach wenigen Takten eine Traube von Zuschauern. „Da es sich um eine neue Kategorie im Guinness-Buch der Rekorde handelt, gibt es keinen bestehenden Rekord, den wir übertreffen müssen“, erklärt Harald Engel von der Plattenfirma Emi. „Trotzdem wollen wir mindestens bis zum Einbruch der Dunkelheit spielen. Der Rekord soll ja nicht gleich wieder gebrochen werden“, sagt Frontmann Harfst.

Der 24-Jährige kämpft mit einer Erkältung. „Ich bin seit zwei Tagen auf Antibiotika. Trotzdem spiele ich bis zum Umfallen“, verspricht er dem Publikum. Das Geld, das die Zuschauer in den aufgeklappten Gitarrenkoffer werfen, ist für einen guten Zweck bestimmt. Dass der Weltrekordversuch im Übrigen nicht ganz uneigennützig ist, will die Band nicht verschweigen. Die Combo, die zuletzt im Vorprogramm der Sängerin Marit Larsen zu sehen war, bringt am Freitag ihr Debütalbum „Alles Gute Zum Alltag“ heraus.

Die Weltrekordregeln sind hart: Nur fünf Minuten Pause pro Stunde sind erlaubt. Interviews müssen demnach singend gegeben werden. Spontane Gastauftritte von anderen Musikern sind ausdrücklich erwünscht. So wie der von Erik Penny. Der Musiker aus Los Angeles singt einen Song in bester Singer-Songwriter-Manier. Die Band steigt ein, obwohl sie den Song nicht kennt. Penny ist beeindruckt: „Die Jungs sind fucking great!“

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