Premiere : Bloß keinen Sonnenbrand

Für die Fotografen war ihre Kür auf dem roten Teppich eine große Herausforderung: Schauspielerin Renée Zelllweger erschien ausgerechnet im roten Kleid zur Premiere ihres Films "My One and Only".

Andreas Conrad

Eines hat die Winter-Berlinale dann doch für sich: Sonnenbrand holt sich hier niemand. Triefnasen, undekorative Gänsehaut, Lippen, die trotz aller Kosmetikkünste unerwünscht einen Stich ins Blaue bekommen – all dies droht den Stars auf dem roten Teppich, für den sich am Donnerstagabend Renée Zellweger wappnen musste, aber Sonnenbrand? Nie! Ganz anders also als bei den Dreharbeiten in einer der Südstaatenwüsten, da hat es ihr tüchtig die Haut verbrannt. Womit wiederum Kosmetikkünste gefragt waren.

Die widrige Witterung überstand die Schauspielerin – gelernt ist gelernt – dann doch ohne erkennbare Gänsehaut, trotz des dünnen Kleidchens, das mit dem roten Teppich farblich aufs Innigste harmonierte. Ohnehin konnten sie, Kollege Mark Rendall und Regisseur Richard Loncraine der Premiere von „My One and Only“ voller Vorfreude entgegensehen. Die Reaktionen bei der Pressevorführung und danach bei der Fragestunde im Grand Hyatt waren überaus vielversprechend. Ja, es wurde geradezu zum Running Gag, eine Frage mit dem Lob des komödiantischen Roadmovies aus den Fünfzigern zu eröffnen, schon um auf die imaginäre Liste verdienter Journalisten zu gelangen, die der Regisseur zu führen vorgab. Und als er zum Schluss fragte, wem der Film gefallen habe, flogen die Arme hoch.

„My One and Only“ – für Renée Zellweger beschreibt die Fahrt ihrer Figur Anne Deveraux „eine Reise zu sich selbst“. Anne kenne ihren Wert anfangs nicht, lebe zudem in einer Zeit beschränkter Chancen, sei eingepfercht in die Erwartungen an sie, entdecke sich erst allmählich selbst und überschreite dann Grenzen, komme aus der Schublade hinaus, in die man sie gesteckt habe. „Anfangs wusste Anne nicht, wie sie ihre Energie steuern sollte, hatte nicht das Selbstbewusstsein, um unabhängig zu sein.“

Zuverlässig kommt auch diesmal die Frage, wie denn sie mit Hollywoods Kult um Jugend und Schönheit zurechtkomme. Sie kontert elegant: „Das ist nicht mein Hollywood. Meines ist das, wo gute Filme gemacht werden.“

Die Rezension des Films finden Sie auf Seite 26

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