Kultur : Preußenstiftung überrascht von Newtons Rückzug

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) zeigte sich gestern "überrascht" von der Erklärung des amerikanischen Fotographen Helmut Newton, er werde nicht, wie erwartet, einen Teil seines Archivs dem in Berlin geplanten Fotografie-Museum überlassen.SPK-Präsident Klaus Dieter Lehmann erklärte, er bedauere den Rückzug Newtons sehr, zumal die Stiftung die Vorarbeiten für das Centrum für Fotographie im östlichen Stülerbau gegenüber dem Schloß Charlottenburg "zügig aufgenommen" habe.Newton hat, wie in einem Teil unserer gestrigen Ausgabe bereits gemeldet, seine Beteiligung am Centrum für Photographie zurückgezogen.In einer von der Kölner Galerie Rudolf Kicken verbreiteten Presseerklärung teilt Newton mit, er sei "nicht länger daran interessiert".Eine Begründung für seine Entscheidung nannte Newton in dem Schreiben nicht.Am kommenden Montag wird eine internationale Expertenkommission über das Konzept für das neue Museum beraten, das Votum des Stiftungsrates soll auf dessen Sitzung am 4.Juni fallen.Ungeachtet der Absage Newtons würden die Pläne für ein Centrum für Photographie jedoch weiter verfolgt, so SPK-Sprecher Wolfgang Kahlcke."Die Fotosammlungen der Stiftung haben genug eigenes Gewicht, um ein solches Haus einzurichten." Auch habe die Stiftung inzwischen eine Reihe von Angeboten von Sammlern erhalten, die mit dem Centrum für Fotographie künftig zusammenarbeiten wollten.Bei der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur, die hierfür den östlichen Stülerbau zur Verfügung stellt, stößt Newtons Ausstieg ebenfalls auf Unverständnis.Als der Plan der SPK bekannt geworden sei, habe der Senat "blitzschnell reagiert und von Anfang an signalisiert, daß er das Vorhaben voll unterstützt", sagte Axel Wallrabenstein, Sprecher von Kultursenator Peter Radunski.Daran werde sich nach der kurzfristigen Absage auch nichts ändern."Sicher ist, daß Berlin ein Photomuseum bekommen wird," erklärte Wallrabenstein.Das Archiv des 78jährigen Newton umfaßt nicht nur Motive aus allen Schaffensphasen, sondern auch Briefe und sonstigen Korrespondenzen des Photographen.

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