Kultur : Rohstoff Rheingold

Ulrich Amling über den neuen Sponsor der Deutschen Oper

Wie schwerwiegend Dietmar Schwarz die kommende Arbeit an der Deutschen Oper einschätzt, lässt die Wahl seines neuen Partners erahnen. Noch vor seinem offiziellen Beginn als Intendant des Hauses im August 2012 präsentierte er den „Grünen Punkt – Duales System Deutschland“ als neuen Hauptsponsor. Das Wirtschaftsunternehmen gilt als einer der führenden Anbieter von Rücknahmesystemen, Entsorgungsdienstleistungen und im Rohstoffhandel. Der Grüne Punkt soll die Deutsche Oper für zunächst vier Jahre zieren. Während dieser Zeit will Schwarz seinen ehrgeizigen Plan umsetzen, die Zahl der Neuinszenierungen zu erhöhen und das Repertoire zu erneuern. Mit den ihm zu Verfügung stehen finanziellen Ressourcen sei dies nur schwer möglich, betont Schwarz. Deshalb brauche es Partner, die besondere, nicht aus dem laufenden Etat bestreitbare Projekte ermöglichen. Auch beim Grünen Punkt ist die Freude über das Opern-Engagement groß. „Das passt bestens zusammen“, versichert die Geschäftsführung.

Zu entsorgen gäbe es an der Deutschen Oper tatsächlich einiges, was nach der Ära von Götz Friedrich nie wirklich im Spielplan angekommen ist. Auch müsste angesichts angespannter Budgets geprüft werden, ob man mit den Rohstoffen aus einem „Rheingold“ nicht einen neuen Nachhaltigkeits-Ring produzieren könnte. Und auf ein Duales System an seinem Haus setzt Schwarz ohnehin. In einem Opernstudio soll das junge Ensemble weiter entwickelt, dazu eine neue Spielstätte für ein junges Publikum und Experimente geschaffen werden. Ob das Rücknahmesystem des Grünen Punkt auch auf die künftigen Inszenierungen der Deutschen Oper angewendet wird, bleibt vorerst offen. Die Kandidaten werden bei Schwarz’ Spielzeitpräsentation Mitte April vorgestellt.

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