Kultur : Roman-Tetralogie angekündigt

Der Schriftsteller Salman Rushdie will die Erfahrungen seines zehnjährigen Verstecks vor moslemischen Fanatikern nicht in einem Buch festhalten. Dem Londoner "Daily Telegraph" sagte Rushdie, er habe den Plan aufgegeben, seine Tagebücher zu verwerten. "Ich will mir die Fatwa nicht selbst noch länger um den Hals hängen", meinte er zu dem über ihn verhängten Todesurteil. Die "Fatwa" war 1989 vom Ajatollah Khomeini ausgesprochen worden. Im Sommer 1998 distanzierte sich die Regierung in Teheran jedoch. Teile von Rushdies Romans "Die satanischen Verse" waren als Gotteslästerung empfunden worden. "Es wurden mir viele Dinge genommen, die niemals zu ersetzen sind", sagte der Autor. So habe es ihm das Herz gebrochen, dass er nicht vor der Haustür mit seinem kleinen Sohn Fußball spielen konnte. Angst vor einem Mord habe er nie wirklich gehabt: "Es war eher ein Gefühl, als würde ich in Bleistiefeln herumlaufen." Rushdie arbeitet an einer Roman-Tetralogie. Die Werke schließen eine "futuristische Fantasie" und eine mittelalterliche Geschichte aus Florenz ein. Die anderen Teile sollen Gegenwartsbezug haben. Der erste Roman befasst sich mit dem Mordanschlag auf Robert Kennedy.

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