Kultur : Rückblick: "Klub Komik"

Janine Ludwig

Endlich kriegt Berlin, was Hamburg und Köln schon lange haben: ein Comedy-Festival. Es heißt "Klub Komik", findet in der Bar jeder Vernunft statt (jeden ersten Montag im Monat, 19 und 22 Uhr) und verfolgt ein wagemutiges Konzept: Es schlägt die Brücke zwischen Comedy und Kabarett, zwischen Trash und Hochkultur. Und so war das Premieren-Programm denn auch der denkbar bunteste Kessel. Neben den anal-phabetischen Anarchos von Oropax pressten Pigor & Eichhorn die gesammelten Thesen Heideggers in Liedform. Stimmlich und körperlich beeindruckend sangen Coco Camelle und Horst Evers. Wohingegen der blauäugige Johann Koehnich mit eher brüchiger Stimme Momentaufnahmen seines absonderlichen Lebens zum Besten gab - zum Brüllen komisch. Gleiches gilt für den improvisationsstarken Matthias Deutschmann, der mit Geige und politischen Tönen Niveau und Hintersinn bediente und das Kabarett als Kunstform darbot. Schließlich steuerten die Gastgeber Jockel Tschiersch und Martin Quilitz noch ein paar Nummern bei. Logisch, dass da für jeden etwas dabei war. Auch wenn nicht jeder von allem begeistert sein konnte. Die Masse unterschiedlicher Stile erzeugte Brüche, Löcher, Längen. Dennoch, die meisten Zuschauer waren sehr angetan. Und was soll man auch mäkeln - für Deutschmann und Koehnich alleine hätte sich der Eintritt (30 Mark, ermäßigt 15) schon gelohnt.

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