• Schächten: "Religionsausübung wird nicht behindert" - Berlins Ausländerbeauftragte verteidigt den Tierschutz

Kultur : Schächten: "Religionsausübung wird nicht behindert" - Berlins Ausländerbeauftragte verteidigt den Tierschutz

In Berlin hatte man sich schon in den 80ern darauf

Barbara John (62) ist Ausländerbeauftragte des Berliner Senats und Mitglied der CDU.



In Berlin hatte man sich schon in den 80ern darauf geeinigt, nur noch unter vorhergehender Betäubung der Tiere zu schächten. Jetzt könnte dies vom Bundesverwaltungsgericht gekippt werden.

Wir hatten einen guten Kompromiss gefunden, und ich würde es bedauern, wenn der zurückgenommen würde. Der Tierschutz hat einen hohen Stellenwert in Deutschland, dahinter kann man nicht zurück.

Strenggläubige Muslime sind mit der Elektroschockbetäubung aber nicht einverstanden, und manche schächten weiter im Verborgenen.

Das würde nicht geduldet. Die Beteiligten haben die gefundene Lösung akzeptiert. Selbst der angesehene Scheich Tantawi von der Al-Azhar-Moschee in Kairo hatte dagegen nichts einzuwenden. Er legt aber Wert darauf, dass das Tier wirklich nur betäubt ist, bevor es geschlachtet wird.

Ist denn das Schächten so viel grausamer als das normale Schlachten? Manchmal wird ja behauptet, dass auch das Schächten das Tier schont.

Unter den Bedingungen der Massenschlachtung muss der Eingriff sicher und absolut wirksam sein, sonst leidet das Tier noch mehr. Das kann ein Schächter nicht garantieren. Es ist schon ein Unterschied, ob der tödliche Schnitt, der das Ausbluten bewirken soll, an einem betäubten Tier vorgenommen wird oder an einem Tier voller Todesangst.

Findet somit die Religionsfreiheit ihre Grenzen beim Tierschutzgesetz?

Bei uns ja. Es wird ja niemand an seiner Religionsausübung gehindert. Schließlich könnte man in der heutigen Zeit Fleisch auch von anderswo importieren.

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