Schwabinger Kunstfund : Gurlitt-Werke in Doppel-Ausstellung in Bonn und Bern

Bundeskunsthalle und Kunstmuseum Bern planen im Winter 2016/17 zeitgleich Ausstellungen zum „Schwabinger Kunstfund“.

Kunstmuseum Bern. Cornelius Gurlitt hatte bei seinem Tod im Mai 2014 das Schweizer Museum als seinen Erben eingesetzt. Auch wenn die Familie des Sammlers Widerspruch gegen das Testament eingelegt hat, wird bereits mit der Bonner Bundeskunsthalle eine Ausstellung der Sammlung geplant.
Kunstmuseum Bern. Cornelius Gurlitt hatte bei seinem Tod im Mai 2014 das Schweizer Museum als seinen Erben eingesetzt. Auch wenn...Foto: dpa

Die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn und das Kunstmuseum Bern planen zeitgleich Ausstellungen, in deren Mittelpunkt eine Auswahl der Kunstwerke aus dem Nachlass von Cornelius Gurlitt steht. Das umfangreiche Werkkonvolut soll einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Nachdem die Bundesregierung, die den unter Raubkunst-Verdacht stehenden Teil der Sammlung zwecks Provenienzforschung und möglicher Restitutionen betreut, und das von Cornelius Gurlitt als Erbe eingesetzte Berner Kunstmuseum, das den unbelasteten Teil hütet, bei ihren Ausstellungsprojekten bislang getrennter Wege gegangen sind, haben sich die beiden Parteien nun auf ein gemeinsames Projekt geeinigt.

Die Ausstellung präsentiert den aktuellen Forschungsstand im Fall „Schwabinger Kunstfund“ und soll damit zur Transparenz beitragen. Die in der Bonner Bundeskunsthalle geplante Schau geht insbesondere auf die Vorgeschichte der Sammlung ein und soll dadurch weitere Hinweise zu noch offenen Provenienzen von Werken erbringen. Zugleich soll an die Schicksale der verfolgten Kunstsammler und ihrer Sammlungen erinnert werden. Das Auftauchen der Sammlung des einstigen NS-Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt, dem Vater von Cornelius Gurlitt, vor vier Jahren hatte ein Schlaglicht auf den Umgang mit der Kunst im "Dritten Reich" geworfen.

Die Ausstellungen in der Bundeskunsthalle in Bonn und im Kunstmuseum Bern sind für den Winter 2016/17 geplant und inhaltlich aufeinander abgestimmt. Dafür arbeiten beide Häuser eng zusammen. Zugleich ist eine gemeinsame Publikation geplant. Zurzeit erarbeiten Expertengremien erarbeiten detaillierte Ausstellungskonzepte. Im Kunstmuseum Bern wird die Ausstellung von Matthias Frehner und Valentina Locatelli, in der Bundeskunsthalle von Rein Wolfs und Agnieszka Lulinska kuratiert. Beide Häuser haben sich auf einen gemeinsamen Beirat geeinigt, zu dem Esther Tisa Francini, Georg Kreis, Gilbert Lupfer, Uwe M. Schneede und Shlomit Steinberg gehören.

Bereits im Frühjahr 2015 hat das Restauratorenteam der Bundeskunsthalle das gesamte Konvolut, bestehend aus rund 1500 Objekten, konservatorisch erfasst und inventarisiert. Gegenwärtig werden die Möglichkeiten geprüft, die Ausstellungen auszutauschen und an weiteren Orten zu zeigen. So ist für 2017 bereits eine Station im Martin-Gropius-Bau in Berlin geplant. Tsp

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